Wirtschaft

Erstmal Segeln gehen Empörung über BP-Chef

Während die Verzweifelung über Ölkatastrophe steigt, nimmt der vom Konfliktmanagement erlöste BP-Chef erstmal an einer Yacht-Regatta teil. "Ich glaube, wir kommen alle zu dem Schluss, dass Tony Hayward nicht vor einer Zweitkarriere als PR-Berater steht", sagte US-Stabschef Emanuel mit beißendem Spott.

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Idyllisches Segeln bei Sonnenaufgang - und "Bob" ist vorne links dabei.

(Foto: AP)

Der wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in der Kritik stehende BP-Chef Tony Hayward hat mit seinem Besuch bei einer Yacht-Regatta in seiner englischen Heimat für Empörung gesorgt. Hayward wurde von Fotografen auf seinem luxuriösen Segelschiff "Bob" bei der Regatta vor der Isle of Wight im Ärmelkanal abgelichtet - einen Tag, nachdem der britische Energieriese BP ihn vom Krisenmanagement der schlimmsten Ölpest in der Geschichte der USA abgezogen hatte.

Das Weiße Haus in Washington kritisierte Haywards Verhalten scharf. "Das ist Teil einer langen Liste von Ausrutschern und PR-Fehlern", sagte der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Rahm Emanuel. "Nun, um Tony Hayward zu zitieren - er hat sein Leben wieder, wie er sagen würde", sagte er. Emanuel spielt damit auf eine Äußerung des BP-Chefs an, der inmitten der Umweltkatastrophe erklärt hatte, er wolle "sein Leben wiederhaben". Später entschuldigte sich Hayward dafür.

Der Senator aus Alabama Richard Shelby, dessen Bundesstaat mit den  Folgen der Ölpest zu kämpfen hat, nannte Haywards Teilnahme an der Regatta im TV-Sender Fox News "den Gipfel der Arroganz". Die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangerte das "verletzende" Verhalten des BP-Chefs an. "Das streut Salz in die Wunden", sagte Sprecher Charlie Kronick.

BP verteidigt Chef

BP verteidigte dagegen das Verhalten seines Top-Managers. Hayward sei "immer" auf dem Laufenden bei den Entwicklungen im Konzern, sagte Sprecher John Curry. Sprecher Robert Wine sagte, der Samstag sei Haywards erster freier Tag seit Beginn der Ölkatastrophe gewesen.

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Kein großes PR-Talent: Tony Hayward.

(Foto: dpa)

Hayward war in einer Anhörung vor dem US-Kongress am Donnerstag äußerst scharf angegangen worden und hatte schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Ölunfall im Golf von Mexiko eingestanden. Am  folgenden Tag wurde er vom Krisenmanagement der Ölpest abgezogen. Die Aufgabe soll nun BP-Manager Robert Dudley übernehmen, Hayward bleibt aber Konzernchef. BP hatte am Mittwoch auf Druck von US-Präsident Obama 20 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) für einen Entschädigungsfonds zugesagt.

Im Zusammenhang mit der Ölpest hat BP nach eigenen Angaben bereits 104 Mio. Dollar an Entschädigungen gezahlt. BP habe bereits 64.000 Klagen erhalten, hieß es. Es sei das Ziel des Konzerns, dass all diejenigen, "die wegen der Ölpest kein Geld verdienen konnten", entschädigt würden, hieß es in der Erklärung. Dies betreffe vor allem Fischer und Garnelenfischer.

Am 20. April war die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen Millionen Liter Öl aus dem lecken Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe ins Meer. Die Ökosysteme im Küstengebiet von mehreren US-Bundesstaaten und die Fischerei-Industrie haben bereits schweren Schaden genommen.

Quelle: n-tv.de, sla/AFP/rts