Wirtschaft

Vatikanbank-Skandal Ermittler stoßen auf viele Ungereimtheiten

Die Aufarbeitung der Vorgänge bei der Vatikan-Bank ist eine wahre Herkulesaufgabe. Generaldirektor von Freyberg weist bereits jetzt in einem Zwischenbericht auf klare Versäumnisse im skandalgeplagten Geldinstitut hin. Papst Franziskus will die Vatikan-Bank stärker kontrollieren.

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Der Vatikan lässt seine Bank durchforsten.

(Foto: dpa)

Eine Untersuchung der von Skandalen geschüttelten Vatikanb ank hat Kreisen zufolge schwere Mängel bei dem Geldhaus aufgezeigt. Bei einem Direktoriumstreffen habe der kommissarische Generaldirektor Ernst von Freyberg den anderen vier Mitgliedern von den vorläufigen Ergebnissen der Korruptionsermittlungen berichtet, verlautete aus Kreisen im Vatikan. Er habe von klaren Versäumnissen im Finanzinstitut gesprochen. Es deshalb dringend notwendig, die Abläufe bei der Vatikanbank zu verbessern.

Die beiden Chefs der Vatikanbank, Paolo Cipriani und Massimo Tulli, hatten zu Wochenbeginn im Zuge von Korruptionsermittlungen ihren Rücktritt eingereicht. Vor drei Tagen war der Buchhalter in der Vatikan-Verwaltung, Monsignor Nunzio Scarano, der enge Kontakte zur Bank unterhielt, festgenommen worden. Ihm wird zur Last gelegt, Freunden bei dem Versuch geholfen zu haben, 20 Millionen Euro in bar aus der Schweiz nach Italien zu schmuggeln. Scarano wurde bereits vor einigen Wochen vom Vatikan beurlaubt. Gegen ihn laufen andere Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche im süditalienischen Salerno.

Nach zahlreichen Skandalen hatte Papst Franziskus Ende Juni angekündigt, die Vatikanbank stärker zu kontrollieren. Dazu setzte das Oberhaupt der katholischen Kirche eine Sonderkommission ein.

AIF wird Egmont-Mitglied

Die Finanzaufsicht des Vatikans (AIF) ist wenige Tage nach dem neuen Skandal um die Vatikanbank der internationalen Anti-Geldwäsche-Organisation Egmont beigetreten. Das Bündnis aus mehr als 130 nationalen Ermittlungsstellen ließ die AIF auf ihrer Plenartagung als neues Mitglied zu. Das zeige "die Anerkennung der systematischen Bemühungen des Vatikans bei der Verfolgung und Bekämpfung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus", sagte AIF-Direktor René Brülhart.

Die 1995 gegründete Egmont-Gruppe ermöglicht den Mitgliedern den Austausch von Informationen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Die AIF, die 2012 von Papst Benedikt XVI. eingesetzt wurde, soll vor allem die Vatikanbank im Auge behalten.

Quelle: ntv.de, rts/dpa

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