Wirtschaft

Nachfrage bleibt dennoch hoch Erste Welle von Hamsterkäufen ebbt ab

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Leere Regale Anfang März - laut dem Bundesverband des Lebensmittelhandels ist diese Ansicht die Ausnahme und nicht die Regel.

(Foto: imago images/A. Friedrichs)

Mit den steigenden Corona-Fallzahlen decken sich Menschen in Deutschland mit Vorräten ein. Allerdings scheint die erste große Welle an Hamsterkäufen abgeebbt. Doch die Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneartikeln bleibt hoch - drohen möglicherweise Engpässe?

Ob Konserven, Nudeln oder Klopapier: Aus Angst vor den Folgen des neuartigen Coronavirus decken sich einige Menschen mit Vorräten ein. In den sozialen Netzwerken kursieren jede Menge Bilder von leeren Supermarktregalen. Doch die erste große Welle der Hamsterkäufe scheint abgeebbt zu sein. Nach wie vor gibt es aber eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Desinfektionsmitteln. Das ergab eine Umfrage bei Unternehmen und Verbänden des Lebensmittelhandels.

Drohen jetzt Engpässe bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln? Fotos von leeren Regalen zeigen laut Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) jedoch Ausnahmen - nicht die Regel. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist gesichert", sagt BVLH-Sprecher Christian Böttcher. Ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE) betonte: "Bislang sind keine Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit im Handel in Deutschland festzustellen. Die Versorgungslage ist bundesweit normal."

Dennoch gibt es laut BVLH bundesweit aktuell "weiterhin eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten und Hygieneartikeln". Ähnlich äußerten sich Kaufland und Real. Rewe betonte allerdings, die Tage, an denen sich der Absatz etwa mit Toilettenpapier verdoppelt habe, seien vorbei. Die Nachfrage nach Konserven, Nudeln und Co. sei zwar weiterhin erhöht, doch werde daneben zunehmend mehr Obst und Gemüse gekauft.

Verkaufszahlen "weitestgehend normalisiert"

Der Discounter Lidl betonte sogar, nach den Vorratskäufen der vergangenen Wochen in einigen Regionen hätten sich die Verkaufszahlen mittlerweile "weitestgehend normalisiert". Aldi Süd berichtete lediglich von einer höheren Nachfrage nach haltbaren Produkten "in einzelnen Filialen".

Angesichts der aktuellen Entwicklung in der Coronavirus-Krise mit der Absage von Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen rechnen manche Händler ohnehin damit, dass sich das Interesse der Verbraucher in der nächsten Zeit auf eine ganz andere Produktgruppe konzentrieren dürfte: auf Genussmittel wie Schokolade und Alkohol. "Die Erfahrung bei dramatischen Ereignissen der Vergangenheit wie dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 zeigt: Die Leute bleiben dann gerne zu Hause und gönnen sich etwas. Deshalb erwarten wir in den nächsten Wochen eine steigende Nachfrage in diesem Bereich", verriet ein Unternehmenssprecher.

Quelle: ntv.de, kst/dpa