Wirtschaft

Gehalts-Chaos am Berliner Flughafen Ex-BER-Chef fordert Millionensumme

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Knapp 570.000 Euro pro Jahr: Ex-Flughafenchef Rainer Schwarz will nicht auf sein Gehalt verzichten (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Rainer Schwarz legt sich mit seinem früheren Arbeitgeber an: Vor Gericht pocht der fristlos gekündigte Chef des Pannenflughafens BER auf die vereinbarten Konditionen. Womöglich muss das glücklose Hauptstadtdrehkreuz noch bis ins Jahr 2016 Geld überweisen.

Der seit Juni gekündigte Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz klagt auf Fortzahlung seines Gehalts bis Mai 2016. Das Berliner Landgericht bestätigte den Eingang einer entsprechenden Klage. Über die Gehaltsvorstellungen des früheren Flughafenchefs hatte zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet.

Inklusive Altersvorsorge gehe es um eine Summe von rund 1,7 Millionen Euro, hieß es. Allein das Monatsgehalt betrage laut Vertrag 28.000 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Haushaltsbruttoeinkommen liegt in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 35.800 Euro - pro Jahr. Im vergangenen Jahr bekam Schwarz laut Geschäftsbericht der Flughafengesellschaft 569.000 Euro für seine Tätigkeit als Flughafenchef.

Schwarz erhielt nach einer rechtlichen Prüfung im Juni die fristlose Kündigung. Ein Anwaltsgutachten habe die "wichtigen Gründe" für diesen Schritt belegt, hieß es damals. Schwarz wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat zu spät darüber informiert zu haben, dass der Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen am 3. Juni 2012 nicht einzuhalten war.

Deutschlands peinlichstes Bauvorhaben

Der von langer Hand geplante, logistisch aufwändige und umfangreich öffentlich angekündigte Umzugstermin musste wenige Tage vor dem geplanten Start zum Entsetzen von Passagieren, Fluggesellschaften und den zahlreichen lokalen Zulieferunternehmen vorerst abgesagt werden.

Wann das pannengeplagte Luftdrehkreuz an den Start gehen kann, ist noch immer offen. Ein neuer Eröffnungstermin steht auch mehr als ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Start noch immer nicht fest.

Ob der geschasste Manager mit seinen Forderungen durchkommt, ist noch längst nicht sicher: Die Gehaltsklage von Schwarz (Az.: 93 O 55/10) wird am 31. Oktober vor dem Landgericht verhandelt, wie Gerichtssprecher Ulrich Wimmer sagte. Das Verfahren werde zunächst als sogenannter Urkundenprozess geführt. Dabei legen Kläger und Beklagte ihre Dokumente schriftlich vor. Das Gericht könnte dann ein Urteil unter Vorbehalt fällen. Möglich sei aber später eine Fortsetzung als reguläres Verfahren mit einer mündlichen Verhandlung, sagte der Sprecher.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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