Wirtschaft

Massiver Stellenabbau FR schrumpft zur Lokalzeitung

Die "Frankfurter Rundschau" gehört nicht mehr zur führenden Garde der deutschen Tageszeitungen. Nun kommt es noch schlimmer: Das Traditionsblatt muss aus wirtschaftlichen Gründen seinen überregionalen Status aufgeben. Mehr als die Hälfte der 190 Stellen werden abgebaut.

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Die wirtschaftlichen Verluste sind zu hoch.

(Foto: dpa)

Nach 66 Jahren geht die Geschichte der "Frankfurter Rundschau" (FR) als überregionale Tageszeitung zu Ende. Wegen anhaltend hoher Verluste würden 88 der 190 Stellen abgebaut, teilte FR-Haupteigner DuMont Schauberg mit. Am Main verbleibe nur noch die Lokalredaktion, die übrigen Seiten würden künftig von den anderen Blättern des DuMont-Zeitungsimperiums geliefert.

Die Hälfte der Journalisten, deren Stelle in Frankfurt wegfällt, könnten zum Schwesterblatt "Berliner Zeitung" oder in eine neue Online-Redaktion wechseln, die künftig von Frankfurt aus die Internet-Auftritte von FR und "Berliner Zeitung" zentral gestalten soll.

Unter dem Strich fielen somit nur 44 Stellen weg, erklärte der Verlag, zu dem auch noch der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Mitteldeutsche Zeitung" gehören.

Verdi kündigt Widerstand an

Der massive Job-Abbau kommt alles andere als überraschend. Die FR leidet seit Jahren stärker als viele andere Blätter darunter, dass immer wenigen Anzeigen geschaltet werden, weil Werbetreibende den Lesern ins Internet folgen. 2009 summierte sich der Verlust bei der FR auf mehr als 20 Millionen Euro. Auch 2010 fiel nach Verlagsangaben ein Fehlbetrag im hohen zweistelligen Millionenbereich an.

Das Kölner Medienhaus DuMont Schauberg hält 50 Prozent am FR-Verlag, dem Druck- und Verlagshaus Frankfurt. Weitere Gesellschafter sind die SPD-eigene Medienholding DDVG sowie eine Stiftung.

Die Abschaffung der überregionalen Redaktion sei das Ende der bisherigen FR, erklärte die Gewerkschaft Verdi. Die Pläne des Verlags seien ein nicht hinzunehmender Tarifbruch, sagte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. "Wir werden mit den Beschäftigten in Frankfurt und Berlin gegen die betriebsbedingten Kündigungen und gegen den Bruch der Tarifbedingungen vorgehen."

Quelle: n-tv.de, rts

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