Wirtschaft

Ausstieg aus den Anleihekäufen Fed-Banker wird konkret

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Scheut die Inflation: St. Louis-Fed-Chef James Bullard.

(Foto: REUTERS)

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed sorgt mit ihrer jüngsten Skepsis an den eigenen Staatsanleihenkäufen für Wirbel an den Märkten. Ein bekannter "Falke" unter ihnen hält den Ball im Spiel und nennt mögliche Kriterien für ein Ende der Geldflut.

In den USA hat ein Top-Notenbanker ein mögliches Ausstiegszenario aus den massiven Konjunkturhilfen skizziert. Sollte die Wirtschaft an Schwung gewinnen, könnte die Federal Reserve in diesem Jahr über ein Aussetzen der Anleihen-Käufe nachdenken, sagte der Präsident der Fed von St. Louis, James Bullard, gegenüber CNBC.

Als mögliches Ziel, bis zu dem das Programm fortgesetzt werden könnte, nannte Bullard eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Im Dezember lag die Quote bei 7,8 Prozent. Der Notenbanker ist im für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschuss stimmberechtigt. Er gilt als einer der Verfechter strenger Geldpolitik, im Notenbanker-Jargon auch "Falken" genannt. Anders als die "Tauben" geben sie im Zweifel der Inflationsbekämpfung den Vorrang vor einer Stützung der Wirtschaftsentwicklung. Ein slavischer Kritiker von Anleihenkäufen der Fed ist Bullard jedoch nicht: Im Sommer 2010 sprach er sich für den Fall einer weiteren konjunkturellen Eintrübung für eine Aufstockung der Käufe aus.

Überraschung aus Washington

Aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung geht hervor, dass einige Ausschuss-Mitglieder der Meinung sind, dass es wegen Sorgen um die Finanzstabilität vermutlich angemessen sein werde, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen deutlich vor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen. Das hatte an den Börsen für Verluste gesorgt.

Das Umdenken der Fed kam für Beobachter überraschend, denn es zeigte unerwartet große Sorgen der Zentralbanker um die langfristigen Auswirkungen der geldpolitischen Lockerung. Auf ihrer Sitzung beschloss der Offenmarktausschuss damals bei aller Einwände jedoch keine Verlangsamung, sondern eine Beschleunigung der Notenpresse. Seit Anfang 2013 kauft die Fed für 45 statt bislang 40 Milliarden Dollar Staatsanleihen auf.

Quelle: ntv.de, nne/rts