Wirtschaft

Marchionne sieht die Zukunft sportlich Fiat eröffnet neues Maserati-Werk

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Marchionne: "Die Umstellungen werden schmerzhaft sein".

(Foto: picture alliance / dpa)

Das vergangene Jahr ist für den europäischen Automarkt das schlechteste seit 1995. Besonders schlecht ergeht es Italien. Fiat-Chef Marchionne, der für das Schlussquartal zumindest einen kleineren Verlust vermelden kann, will der Absatzkrise mit der Luxusmarke Maserati scharf entgegensteuern.l

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Präsentation eines Maserati Quattroporte bei der North American International Auto Show (NAIAS).

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Fiat-Chef Sergio Marchionne macht seine Ankündigungen wahr: Um der Absatzkrise eine Schnippchen zu schlagen, will er den Konzern vom Markt der Massenmarken abkoppeln. Der Plan sieht unter anderem die Konzentration auf die Luxusmarke Maserati vor. Ein neues Produktionswerk bei Turin soll diese neue sportlichere Ära symbolisch einleiten.

Zur Eröffnung des neuen Werkes in Grugliasco zeigte sich die gesamte Fiat-Spitze. In dem Werk soll ein Maserati-Viertürer und auch wieder der Maserati-Sportwagen Ghibli gebaut werden. Marchionne sprach vor der Eröffnung von einer "beispiellose Phase der Expansion" und einem historischen Tag für die Konzerntochter. Fiat will mit der Eröffnung auch sein Engagement im Heimatland Italien demonstrieren.

Fiat hat in den Standort etwa eine Milliarde Euro investiert. Bis zu 1500 Mitarbeiter soll das Werk künftig beschäftigen. Trotz der europäischen Marktkrise habe das Unternehmen schwierige Entscheidungen gefällt, "um weiterhin in Italien bauen zu können", sagte Fiat-Präsident John Elkann. Mit der neuen Produktionsstätte trete Maserati in das ehrgeizigste Entwicklungsprojekt in seiner Geschichte ein. Marchionne bekräftigte, in Italien würden keine Fiat-Werke geschlossen.

Weniger Verlust, kein Optimismus für 2013

Der Verlust im Schlussquartal 2012 hat sich unterdessen verringert, trotzdem erwartet Marchionne keine gravierende Verbesserung im laufenden Jahr. In den Krisenstaaten Südeuropas werden weiterhin kaum neue Autos verkauft. Das Ergebnis werde 2013 nicht drastisch anders ausfallen als im abgelaufenen Jahr, sagte er im Vorfeld der Bilanzvorlage.

Sowohl der italienische als auch der europäische Automarkt befänden sich weiter im freien Fall. Dennoch habe Fiat den Verlust im vierten Quartal verringert. Zugleich bekräftigt er das Ziel einer Rückkehr in die Gewinnzone zur Mitte des Jahrzehnts.

Für das gesamte abgelaufene Jahr hat Fiat einen Nettoverlust von rund 700 Mio. Euro angekündigt. Für den Konzern insgesamt gehen Analysten von einem Handelsgewinn von einer Milliarde Euro aus, zum dem die US-Tochter Chrysler rund 780 Mio. Euro beisteuern soll. Fiat profitiert davon, dass bei Chrysler dank guter Verkäufe in den USA die Gewinne steigen und der Konzern damit rote Zahlen in Europa wettmachen kann. Gleichwohl drücken den italienischen Traditionsautobauer hohe Kosten, weil er seine Werke auf dem Kontinent nicht auslasten kann.

Maserati und Chrysler sollen es richten

Marchionne hatte sich auf der Detroit Motor Show zur künftigen Strategie von Fiat geäußert. Er kündigte an, dass Fiat sich angesichts der schweren Krise auf dem Automarkt neben der Luxusmarke Maserati auf Chrysler konzentrieren werde.

Der Automarkt war zum Jahresende 2012 komplett abgestürzt. Im Dezember brachen die Neuzulassungen in der Europäischen Union um fast ein Viertel auf 125.825 Wagen ein und fielen damit auf den Stand von Oktober 2009 zurück. Die Märkte in Italien und Spanien gaben im Dezember um ein Fünftel beziehungsweise um ein Drittel nach. Im Gesamtjahr schrumpften die Neuzulassungen in Italien um knapp ein Drittel.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa/rts

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