Wirtschaft
Donnerstag, 18. November 2010

Obama spricht von großem Meilenstein: GM feiert Börsen-Comeback

General Motors strebt mit viel Tamtam an die Börsen in New York und Toronto zurück. Und wie es sich für den einst weltgrößten Autobauer gehört, wird dabei nicht gekleckert, sondern geklotzt. Die Zahl der auszugebenden Aktien wird deutlich aufgestockt. Mit möglichen 23,1 Milliarden Dollar winkt der Titel des größten IPOs der Geschichte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Rund 16 Monate nach dem Ende seiner Blitz-Insolvenz kehrt der US-Autobauer General Motors heute an den Aktienmarkt zurück. Dabei könnte der Opel-Mutter der größte Börsengang aller Zeiten gelingen. Der lange Zeit weltgrößte Autobauer wurde von der starken Nachfrage nach seinen Aktien förmlich überrollt. GM stockte daher die Zahl der Aktien auf, die verkauft werden sollen. Den Ausgabepreis setzte der Konzern mit 33 Dollar je Anteilsschein fest. Die Papiere werden in New York und Toronto gehandelt.

Die Zahl der auszugebenden Stammaktien hatte GM zuvor um knapp ein Drittel auf 478 Millionen erhöht. Damit sammelte der Konzern 15,77 Milliarden Dollar ein. Zudem gab GM für 4,35 Milliarden Dollar Vorzugsaktien aus. Einschließlich der Möglichkeit, durch eine Mehrzuteilungsoption weitere Anteile zu zeichnen, können GM insgesamt 23,1 Milliarden Dollar zufließen. Damit wäre die Rückkehr von GM aufs Börsenparkett die größte Emission aller Zeiten.

Die bisher größte Aktienplatzierung aller Zeiten gelang der chinesischen AgBank in diesem Jahr mit 22,1 Milliarden Dollar. In den USA hält den bisherigen Rekord das Kreditkartenunternehmen Visa seit 2008 mit 19,7 Milliarden Dollar.

Obama ist sehr zufrieden

Der Börsengang stellt auch einen Erfolg für die US-Regierung dar. Sie hatte GM mit einem Hilfspaket über 50 Milliarden Dollar gestützt und hält seither 61 Prozent der Anteile an dem Konzern. Die Verstaatlichung des einst weltgrößten Autobauers Mitte 2009 war einer der umstrittensten wirtschaftspolitischen Eingriffe in der Geschichte. Mit dem Börsengang könnte sich der Anteil des Staates auf bis zu 33 Prozent verringern.

Laut Barack Obama hat sich die staatliche Hilfe gelohnt.
Laut Barack Obama hat sich die staatliche Hilfe gelohnt.(Foto: AP)

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den GM-Börsengang als "großen Meilenstein" nicht nur für den Detroiter Konzern, sondern auch für die gesamte US-Autoindustrie. Mit dem Schritt halbiere die Regierung ihre Beteiligung an GM beinahe, teilte Obama mit. Man halte zugleich an dem Bekenntnis fest, sich aus dieser Investition zurückzuziehen und dabei den Steuerzahler zu schützen. Die Hilfen für die US-Autoindustrie hätten schwere Entscheidungen und Opfer abverlangt. Es seien dadurch aber Jobs gerettet und eine Industrie vor dem Untergang bewahrt und wettbewerbsfähiger gemacht worden.

Offen ist die Frage, ob sich der größte chinesische Autobauer SAIC über den Börsengang an GM mit einem Prozent beteiligt. Kreisen zufolge will China den IPO für einen besseren Zugang zu den Märkten in Europa und den USA nutzen. Die Chinesen wollen mehr als 500 Millionen Dollar für den Anteil bezahlen. die Genehmigung der chinesischen Regierung stand jedoch noch aus.

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Quelle: n-tv.de