Wirtschaft

Marketingchef muss gehen GM zahlt ManU Rekordsumme

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Wenn diese Herren in der übernächsten Saison noch für Manchester United spielen, werben sie für die GM-Marke Chevrolet.

(Foto: REUTERS)

Die Kicker von Manchester United werben künftig für die GM-Marke Chevrolet. Dafür erhält der englische Rekordmeister in den kommenden Jahren mehr als eine halbe Milliarde Euro. Der fürstliche Deal ist wohl die Erklärung für den überraschenden Rauswurf des GM-Marketingchefs.

Rekord-Werbevertrag für den englischen Fußballclub Manchester United: 559 Mio. Dollar zahlt die Opel-Mutter General Motors dafür, dass sie ab der Saison 2014/15 für sieben Jahre auf den Trikots der Briten präsent sein dürfen. Wayne Rooney & Co sollen dann das Logo der GM-Marke Chevrolet auf der Brust tragen. Der neue Vertrag bringt dem 19-maligen englischen Titelträger mehr als das doppelte dessen ein, was der Versicherungsmakler Aon derzeit zahlt. Bisher erhält ManU pro Saison etwa 25 Mio. Dollar für die Trikotwerbung und damit etwa so viel wie Bayern München.

Vor zwei Monaten war Chevrolet bereits als Automobil-Sponsor von Manchester United eingestiegen. GM ist erst der fünfte Trikotsponsor in der 134-jährigen Geschichte des englischen Traditionsklubs. Die ersten Millionen fließen bereits vor Vertragsbeginn: Wie aus Unterlagen des Fußballvereins für die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, zahlen die Amerikaner in dieser und in der nächsten Saison jeweils 18,6 Mio. Dollar, in der Spielzeit 2014/2015 dann 70 Mio. Dollar. Danach erhöhen sich die Zahlungen um jährlich 2,1 Prozent.

Die Eigner von Manchester United, die US-Milliardärsfamilie Glazer, will den Fußballclub noch in diesem Monat an die New Yorker Börse bringen. Am Montag startet der Verein in New York die Werbetour für seinen Börsengang. Der Verein will an der Wall Street rund 330 Mio. Dollar einsammeln. Bei einem erfolgreichen Gang aufs Parkett würde Manchester United mit 3,3 Mrd. Dollar bewertet.

Fußball statt Football

General Motors (GM)
General Motors (GM) 35,66

US-Medienberichten zufolge geht die Entlassung des GM-Marketingchefs Joel Ewanick vor einer Woche auf den kostspieligen Sponsoringvertrag zurück. Ewanick habe die Erwartungen nicht erfüllt, die das Unternehmen an seine Mitarbeiter stelle, sagte ein Firmensprecher zur Begründung, ohne ins Detail zu gehen. Der Manager war zwei Jahre lang für das weltweite milliardenschwere Werbebudget verantwortlich.

Ewanick, zuvor unter anderem für Nissan und Hyundai tätig, hatte in den kommenden fünf Jahren rund 2 Mrd. Dollar im Marketing einsparen wollen. Unter anderem wollte er auf kostenpflichtige Werbung im sozialen Internetnetzwerk Facebook verzichten und keine Anzeigen mehr während des Football-Finales "Super Bowl" schalten, weil diese zu teuer geworden seien. Der "Super Bowl "ist das Sportereignis des Jahres in den USA, und Firmen drehen extra Werbespots mit riesigem Budget.

Ewanick hatte Anfang Juni bei der Bekanntgabe der Vereinbarung mit Manchester United erklärt, 3,5 Milliarden Menschen auf der Welt schauten Fußball - aber nur rund 400 Millionen Leute guckten regelmäßig American Football, wo sich GM bisher engagierte. "Wir müssen dahin, wo unsere Kunden sind." Chevrolet verkaufe 60 Prozent seiner Autos außerhalb der USA.

Die Europa-Sparte ist das Sorgenkind von General Motors, seit Jahren schreibt die Tochter Opel kontinuierlich rote Zahlen. Für das Frühjahrsquartal 2012 gab GM einen Verlust von 400 Mio. Dollar im Europageschäft an. Damit schmälerten die Zahlen aus Europa erneut den Konzerngewinn, der im zweiten Quartal 2012 insgesamt 1,5 Mrd. Dollar betrug - ein Rückgang um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Angesichts der enormen Probleme im Europa-Geschäft verhandeln Konzernleitung, Gesamtbetriebsrat und IG Metall derzeit über die Zukunft von Opel.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa/AFP

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