Wirtschaft
Montag, 25. Januar 2010

Termin für den Börsengang: GSW wagt sich vor

Attraktive Objekte in Großstadtlage: Am Geschmack kann man nicht meckern.
Attraktive Objekte in Großstadtlage: Am Geschmack kann man nicht meckern.(Foto: GSW)

Das Berliner Wohnungsunternehmen GSW bereitet sich Finanzkreisen zufolge auf einen Börsengang im zweiten Quartal vor. "GSW wird den Gang an die Börse frühestens im Mai wagen", hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Die Eigentümer - die Finanzinvestoren Cerberus und der Whitehall-Fonds von Goldman Sachs - wollten abwarten, wie die ersten, für das Frühjahr erwarteten Emissionen am deutschen Aktienmarkt laufen. In einem ersten Schritt sollen bisherigen Überlegungen zufolge etwa 50 Prozent des GSW-Kapitals an die Börse gebracht werden.

Ein Sprecher der Berliner Finanzverwaltung bestätigte, dass die GSW-Eigentümer einen Antrag zum Börsengang gestellt haben. Der Berliner Senat, der die GSW im Jahr 2004 für 405 Mio. Euro an die Finanzinvestoren verkauft hatte, muss einem Verkauf von mehr als 49 Prozent über die Börse zustimmen. Die SPD, die in der Bundeshauptstadt zusammen mit der Linken regiert, hat Zustimmung signalisiert. Cerberus und Goldman Sachs äußerten sich nicht zu den Plänen mit GSW.

Viele Finanzinvestoren, deren Investments in der Regel auf fünf bis sieben Jahre ausgelegt sind, hoffen, ihre Beteiligungen nach der zwei Jahre langen Börsenflaute im Frühling an den Mann bringen zu können. Zu den Kandidaten, die den Eisbrecher spielen könnten, werden der Chemikalienhändler Brenntag und der Druckertintenhersteller Flint gezählt. Mit den ersten Emissionen wird aber frühestens im März gerechnet, weil erst belastbare Geschäftszahlen für 2009 vorliegen müssen.

Mit 75.000 Wohnungen entwickelt, verwaltet und vermietet die GSW nach eigenen Angaben einen der größten Wohnungsbestände in Berlin. Gemessen am von Experten auf 800 bis 900 Mio. Euro veranschlagten Unternehmenswert könnte der Börsengang ein Volumen von bis zu 500 Mio. Euro erreichen. Der Konkurrent Gagfah ist im Nebenwerteindex MDax gelistet, die Deutsche Wohnen will dorthin aufsteigen.

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Quelle: n-tv.de