Wirtschaft

Betrieb im "Normalmodus" Gazprom pumpt weiter russisches Gas nach Europa

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Russland verkauft weiter Erdgas nach Europa.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

In der Ukraine herrscht Krieg, ausgelöst von Russland. Dennoch fließt russisches Gas unvermindert in den Westen. Moskau betont seine Rolle als zuverlässiger Energie-Lieferant für Europa - und hält bislang Wort.

Trotz des Angriffs russischer Truppen auf die Ukraine liefert Russland nach eigenen Angaben weiter Erdgas nach Europa. Der Gasfluss durch die Pipeline im Nachbarland Ukraine sei im "Normalmodus", sagte der Sprecher des Staatskonzerns Gazprom, Sergej Kuprijanow, laut Nachrichtenagentur Interfax. "In Übereinstimmung mit den Anfragen der europäischen Verbraucher" sollten am Sonntag 107,5 Millionen Kubikmeter Gas nach Europa gepumpt werden. Sollten die Kapazitäten der Leitung ausgeschöpft sein, werde die russisch-europäische Leitung Jamal genutzt.

Im Zuge des schweren Konflikts zwischen Russland und dem Westen wird befürchtet, dass Russland seine Gaslieferungen nach Europa stoppen könnte. Die Ukraine - einst größtes Transitland für Gas nach Europa - betreibt noch immer ein rund 38.000 Kilometer langes Gasnetz. Doch tatsächlich nehmen die russischen Gaslieferungen nach Deutschland seit dem Kriegsausbruch deutlich zu. "Wir sehen einen starken Anstieg. Mittlerweile kommt über den Abnahmepunkt über die Ukraine in die Slowakei fast doppelt so viel Erdgas aus Russland wie noch vor zwei Tagen", erklärte Energie-Analyst Andreas Schroeder vom Marktforschungsinstitut ICIS dem "Handelsblatt". Der Grund: "Russisches Gas ist gerade günstiger als das Gas, das an der Börse gehandelt wird", so der Experte.

Moskau hatte zuletzt seine Rolle als zuverlässiger Lieferant erneut betont. Deutschland hatte die Zertifizierung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland ausgesetzt. In Russland gab es bereits Forderungen, "feindliche Staaten" nicht mehr mit Öl und Gas "aufzuwärmen".

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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