Wirtschaft

Ende eines trüben Jahres Gold und Silber wollen 2014 glänzen

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Werden die Goldanleger 2014 mehr Freude mit ihren Investments haben?

(Foto: REUTERS)

Das Jahr 2013 ist für Goldanleger eines zum Vergessen. Der Goldpreis wird zum ersten Mal seit 13 Jahren unter dem Vorjahresniveau abschließen. Auch der Silberpreis schwächelt – doch 2014 könnte nach dem Ausverkauf eine deutlich stabilere Entwicklung anstehen.

Nach einer langen Durststrecke keimt bei Goldbesitzern allmählich Hoffnung auf, hat sich der Goldpreis doch zuletzt etwas erholt: Aktuell notiert er bei 1255 Dollar je Unze. Der Kursanstieg dürfte für viele Investoren überraschend kommen. Denn nach etlichen guten US-Konjunkturdaten gehen zunehmend mehr Experten davon aus, dass die Fed schon bald damit beginnen könnte, ihr Anleihenkaufprogramm zurückzufahren. Die nächste Fed-Sitzung ist nächste Woche am 18. Dezember. Damit würde die eigentlich wichtigste Stütze für den Goldpreis an Bedeutung verlieren. Als die Fed zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 mehr als zwei Billionen Dollar in das Finanzsystem gepumpt hatte, war die Notierung für das Edelmetall um 70 Prozent nach oben geklettert. Offensichtlich gehen die Goldkäufer aber davon aus, dass die Fed nur kurzfristig einen restriktiveren geldpolitischen Kurs fahren wird. Denn es ist mehr als zweifelhaft, dass es die US-Wirtschaft verkraftet, wenn man Liquidität von mehreren hundert Milliarden Dollar pro Jahr entzieht. Steigende Zinsen würden für ein schnelles Ende der Erholung am Häusermarkt sorgen. Dieser Bereich ist aber einer der wichtigsten Stützen der Konjunktur.

Kommen ETF-Investoren wieder?

Verantwortlich für den Verfall des Goldpreises waren in den vergangenen Monaten die anhaltenden Verkäufe von Gold-ETFs. Denn während die Aktienkurse in den USA, Japan und Europa nach oben geschossen sind, war der Goldpreis im Rückwärtsgang. Angesichts der weltweiten Konjunkturbelebung waren sichere Häfen nicht gefragt. Seit Jahresanfang haben Investoren 800 Tonnen an Gold-ETFs verkauft, womit die Bestände mit rund 1830 Tonnen auf das niedrigste Niveau seit März 2010 gesunken sind. "Eine Menge an Verkäufen liegt hinter uns. Deswegen könnte der Goldpreis eine stabile Basis gefunden haben, von der aus es weitergehen kann", sagte Frances Hudson, Stratege bei Standard Life Investments. Hingegen war die Nachfrage nach physischem Gold stark. So legte in den ersten drei Quartalen 2013 die weltweite Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen um 26 Prozent auf 2.896 Tonnen zu.

Gestützt hat den Goldpreis zuletzt der schwache Dollar. Nach einer kurzen Erholung ist der Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenbacks gegenüber sechs Währungen wie Euro, Yen, Pfund und Schweizer Franken abbildet, wieder im Abwärtstrend. Sollte der Dollar weiter zur Schwäche neigen, bekäme der Goldpreis Rückenwind - auch kurzfristig, da die Nachfrage wegen des chinesischen Neujahrsfestes Ende Januar tendenziell zunimmt.

China ist ein großer Faktor

Die Nachfrage Chinas wird auf absehbare Sicht ohnehin einen bedeutenden Einfluss auf den Goldpreis haben, denn anstatt die hohen Handelsbilanzüberschüsse in US-Anleihen zu stecken, kaufen die Chinesen derzeit lieber Gold. China wird bereits in diesem Jahr Indien als den weltgrößten Verbraucher des Edelmetalls ablösen. Im Oktober hat China 148 Tonnen Gold aus Hong Kong importiert. Das war der zweithöchste Wert aller Zeiten. Seit Jahresanfang hat das Land 1260 Tonnen eingeführt. Seit September 2011 summiert sich der Wert auf insgesamt 2.380 Tonnen.

Zusätzlichen Rückenwind dürfte der Goldpreis bekommen, wenn Hedgefonds und andere institutionelle Investoren gezwungen sind, wegen steigender Preise ihre Short Positionen aufzulösen. Die Zahl der Terminmarktpositionen, mit denen diese Investorengruppe auf fallende Preise spekuliert, liegt in der Nähe des Rekordhochs. Das ist üblicherweise ein Kontraindikator und spricht zumindest für eine Stabilisierung der Goldpreise.

Silber im Windschatten

Silber, Feinunze
Silber, Feinunze 16,21

Ebenso wie bei Gold stehen auch bei Silber die Chancen gut, dass der "kleine Bruder" auf dem aktuellen Niveau einen Boden gefunden hat, und der Preis im nächsten Jahr nach oben tendieren könnte. 2013 war er deutlich stärker gefallen als der Goldpreis. Wenn es bei den Edelmetallen nach oben geht, sollte die Silbernotierung ebenfalls auf der Überholspur sein. Eine weitere Erholung der Weltwirtschaft könnte dem Silberpreis zugutekommen, gehen doch 45 Prozent des weltweiten Verbrauchs des Edelmetalls in Industrieanwendungen. Allerdings gewinnt auch bei Silber der Einsatz als Investment zunehmend an Bedeutung. Das Verhältnis vom Gold- zu Silberpreis liegt derzeit bei 62. Anfang 2013 war eine Unze Gold lediglich das 55fache einer Unze Silber wert. Und in guten Silberzeiten, wie im Jahr 2011, liegt das Verhältnis sogar nur bei 45. Doch ganz ohne den Aktienmarkt wird es nicht gehen. Zu groß ist die Konkurrenz um Anlagegelder. Im Klartext bedeutet dies, dass eine Konsolidierung oder gar Korrektur an den Aktienbörsen tendenziell den Edelmetallen helfen sollte.

Quelle: n-tv.de

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