Wirtschaft

Empfindliche Einbußen Goldman Sachs halbiert Gewinn

Goldman Sachs hat schon bessere Zeiten gesehen: Im vierten Quartal verdient die US-Investmentbank mit 2,2 Mrd. Dollar nicht mal halb so viel wie im extrem starken Vorjahr. Vor allem das einst so lukrative Geschäft mit Anleihen schwächelt. Die Börse reagiert empfindlich.

Earns_Goldman_Sachs_NYML301.jpg3838696014814362517.jpg

Hauptquartier in New York: Die Zahlen bei Goldman Sachs wachsen derzeit nicht in den Himmel.

(Foto: AP)

Einbußen im Anleihehandel haben der US-Großbank Goldman Sachs einen empfindlichen Dämpfer versetzt. Das Institut büßte im vierten Quartal mehr als die Hälfte seines Gewinnes ein. Der Nettogewinn sei um 53 Prozent auf 2,23 Mrd. Dollar oder 3,79 Dollar je Aktie gefallen, teilte die US-Großbank mit. Die Einnahmen gingen um zehn Prozent auf 8,64 Mrd. Dollar zurück. Allein im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen verzeichnete Goldman im Vergleich zum dritten Quartal Einbußen von 39 Prozent.

Dennoch blickt Bank-Chef Lloyd Blankfein zuversichtlich in die Zukunft. Es seien Anzeichen von Wachstum und steigender Aktivität auszumachen, sagte er. Das Jahr 2010 sei größtenteils von einem schwierigen Markt- und Wirtschaftsumfeld geprägt gewesen.

Die Börsianer ließen sich von den Worten nicht besänftigen. Sie haderten mit dem Ergebnis und schickten die Aktie 2,5 Prozent in den Keller. Goldman Sachs gilt als eigentlich als Geldmaschine und profitabelste Bank an der Wall Street. Entsprechend hoch liegen die Erwartungen. Goldman zog auch andere Schwergewichte der Branche wie die Deutsche Bank in Mitleidenschaft. Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus büßten einen Teil ihrer Gewinne nach dem Goldman-Zahlen ein. "Wenn Goldman Sachs nicht in der Lage ist, eine gute Entwicklung vorzuweisen, dann viel Glück für alle anderen, die es versuchen", sagte Analyst Simon Maughan von MG Global.

Auch die Citigroup musste vor allem im Anleihehandel herbe Einbußen verkraften. Nur dank deutlich geringerer Kosten für faule Kredite wies das drittgrößte Institut der USA den vierten Quartalsgewinn in Folge aus. Die Messlatte hoch gelegt hatte zuvor der größere Rivale JPMorgan. Die Bank schaffte vergangene Woche ein kräftiges Gewinnplus - dabei lief es auch im Investmentbanking besser. In dieser Woche kommen noch Morgan Stanley und die Bank of America mit ihren Quartalsergebnissen. Die europäischen Geldhäuser, wie die Deutsche Bank, folgen erst Anfang Februar. Auch dort werden im Investmentbanking keine großen Sprünge erwartet.

Quelle: n-tv.de, sla/dpa

Mehr zum Thema
23.04.09
23.04.09
02.06.09