Wirtschaft

Trotz Motorola-Verlusten Google bleibt an Apple dran

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Google und Motorola gegen Microsoft/Nokia und Apple

(Foto: REUTERS)

Das Gigantenrennen in der Hightech-Branche geht in eine neue Runde. Google macht dank Motorola einen deutlichen Umsatzsprung. Auch der Gewinn legt deutlich zu. Allerdings hätte das Plus noch höher ausfallen können, denn Motorola schreibt weiter Verluste.

Während Microsoft den ersten Verlust der Unternehmensgeschichte präsentiert, brummen die Geschäfte bei Google: Im zweiten Quartal verdiente die Nummer eins der Suchmaschinen-Betreiber unterm Strich 2,8 Mrd. Dollar und damit 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Geld kommt hauptsächlich durch die sprudelnden Einnahmen bei den bezahlten Suchtreffern herein. Ein zweites großes Standbein sind mittlerweile grafische Werbeanzeigen.

Es sei ein "starkes Quartal" gewesen, erklärte Konzernchef Larry Page. In der Telefonkonferenz fehlte er allerdings, nachdem Google schon andere öffentliche Auftritte von ihm abgesagt hatte. "Es gibt nichts neues, Larry hat seine Stimme verloren", sagte Manager Nikesh Arora. Er führe aber weiterhin das Unternehmen. Was ihm genau fehlt, daraus macht Google weiter ein Geheimnis.

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Page äußerte sich nur schriftlich in der Firmenmitteilung. "Dieses Quartal ist auch etwas besonderes, weil nun Motorola ein Teil der Google-Familie ist", erklärte er. Der Konzern hatte Mitte Mai die 12,5 Mrd. Dollar schwere Übernahme des Handy-Herstellers abgeschlossen. Seitdem fließen die Motorola-Zahlen in die Bilanz ein.

Durch den Zukauf legte der Umsatz um satte 35 Prozent auf 12,2 Mrd. Dollar zu. Motorola ausgeklammert, lag das Plus immer noch bei 21 Prozent. Allerdings: Ohne Motorola wäre der Gewinn höher ausgefallen. Der Handy-Hersteller schreibt anhaltende Verluste angesichts hoher Investitionen in neue Smartphones und angesichts der starken Konkurrenz. Operativ verlor Google bei der neuen Tochter 233 Mio. Dollar. Motorola setzte 1,25 Mrd. Dollar um.

Apple bleibt Hauptkonkurrent

Trotzdem lag Google mit seinen Zahlen über den Erwartungen der Analysten. Die bezahlten Klicks stiegen um 42 Prozent, wobei allerdings die Einnahmen pro Klick um 16 Prozent sanken. Nachbörslich stieg die Aktie um gut 3 Prozent.

Google hatte Motorola geschluckt und war damit zum Hardware-Hersteller geworden, um seinen Vorstoß ins Smartphone-Geschäft abzusichern. Das Handy-Urgestein hält viele grundlegende Patente, die Google in den laufenden Patentstreitigkeiten hilfreich sein können. Google ist mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android mittlerweile Marktführer, da es in zahlreichen Geräten unterschiedlichster Hersteller steckt.

Größter Rivale und Gegner im Patentkrieg ist Apple mit seinem iPhone. Die Kriegskasse von Google ist dabei gut gefüllt: Ende Juli hatte Google 43,1 Mrd. Dollar auf der hohen Kante. Nachdem die Summe über lange Zeit immer weiter gestiegen war, schrumpfte sie allerdings in den vergangenen drei Monaten um 6,2 Mrd. Dollar. Mit dem Geld hat Google den Motorola-Kauf bezahlt.

Quelle: ntv.de, dpa/rts