US-Elektronikhändler in der KriseGründer will Best Buy kaufen

Weil immer mehr Verbraucher ihre Technik-Geräte Online statt im Laden kaufen, gerät der weltgrößte Elektronikhändler Best Buy immer mehr ins Trudeln. Einer der Gründer heckt nun einen kühnen Rettungsplan aus – er will sein Lebenswerk mit einer Milliardensumme von der Börse nehmen, um es zu sanieren.
Der Gründer von Best Buy will den angeschlagenen US-Elektronikhändler kaufen und von der Börse nehmen. Richard Schulze kündigte ein Angebot von 24 bis 26 US-Dollar je Aktie an die Anteilseigner des weltgrößten Unternehmens der Branche an. Viele Investoren sind aber offenbar skeptisch, ob der Deal zustande kommt. Die Aktien kletterten lediglich um zwölf Prozent auf 19,90 US-Dollar.
Schulze, der vor weniger als drei Monaten aus dem Führungsgremium verdrängt wurde, gehört noch ein Fünftel von Best Buy. Seine Angebot von bis zu 26 US-Dollar bedeutet ein Aufschlag von fast 50 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Bei 26 US-Dollar wäre Best Buy an der Börse mit 8,84 Mrd. US-Dollar bewertet, inklusive Schulden wären es 10,9 Mrd..
Die Handelskette, die in teueren Innenstadtlagen Kunden anzulocken versucht, bekommt die Konkurrenz von Online-Anbietern wie Amazon oder Märkten wie Wal-Mart immer stärker zu spüren. Branchenkennern zufolge dienen Best-Buy-Läden immer mehr Kunden nur dazu, die Produkte anzusehen - bevor sie online auf Schnäppchenjagd gehen. Best Buy musste Filialen schließen und Mitarbeiter entlassen. In sieben der vergangenen acht Quartale ging der Umsatz in den Läden auf vergleichbarer Basis zurück. Ein Abschied von der Börse könnte neue Möglichkeiten bieten, sagt der auf die Handelsbranche spezialisierte New Yorker Berater Walter Loeb. Ohne den Druck der vierteljährlichen Berichterstatterpflicht könne Best Buy Experimente wagen.