Wirtschaft

Trotz herber Verluste im Handel Händler bei Zalando-Aktie zuversichtlich

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Beim Gang aufs Parkett wurde die Zalando-Aktie vor gut einem Jahr zu 21,50 Euro ausgegeben.

(Foto: imago/CommonLens)

Die Anleger reagieren empfindlich auf die roten Zahlen beim Online-Händler Zalando. Gleich zu Handelsbeginn verliert des Papier dramatisch an Wert, kann sich später etwas fangen. Mit Blick auf den Geschäftsbericht sind Aktien-Händler jedoch optimistisch.

Nervosität bei Zalando-Anlegern: Nach der Veröffentlichung roter Zahlen stürzt die Aktie zu Handelsbeginn förmlich ab. Den Onlinehändler drückten im dritten Quartal höhere Investitionen operativ in die Verlustzone. Für das Gesamtjahr senkte das Unternehmen seine Margenprognose leicht und muss ein starkes Schlussquartal hinlegen, um das Ziel zu erreichen. Beim Umsatz ist die im MDax notierte Zalando SE optimistischer, überzeugen konnte das die Anleger aber nicht.

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Die Aktie verlor kurz nach Handelseröffnung mehr als 12 Prozent an Wert. Im weiteren Verlauf verringerte sich das Minus auf knapp vier Prozent, womit das Papier bei etwa 29 Euro gehandelt wurde. Für Anleger, die schon länger investiert sind, dürfte der Kursrückgang aber zu verschmerzen sein. Beim Gang aufs Parkett wurde die Aktie vor gut einem Jahr zu 21,50 Euro ausgegeben.

"Das ist eine Wachstumsstory"

"Unser Ziel ist weiterhin profitables Wachstum - aber wir sind gewillt, kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen", fasst Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter die Entwicklung des Quartals zusammen. Europas größter Onlinehändler habe "bewusst Wachstumschancen" nutzen wollen. Umsatz über, Gewinn unter Marktschätzungen

Entsprechend lag der Umsatz im dritten Quartal deutlich über den Marktschätzungen. Beim Ergebnis enttäuschte das Berliner Unternehmen dagegen: Das bereinigte Ebit sank auf minus 18 Millionen bis minus 32 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein kleiner Gewinn von 4 Millionen Euro zu Buche.

Bei Marktbeobachtern überwiegt die Zuversicht angesichts der höheren Umsatzprognose. "Das ist eine Wachstumsstory, und da geht es in erster Linie um Marktdurchdringung und damit Umsatzwachstum", sagt ein Händler. "Das stärker als erwartete Umsatzmomentum kompensiert aus unserer Sicht den geringeren Gewinn", so die Analysten von Baader Helvea. Es sei schon immer Zalandos Strategie gewesen, sich auf das Umsatzwachstum zu fokussieren und Gelegenheiten dazu wahrzunehmen, selbst wenn sie auf Kosten einer kurzfristigen Margenverwässerung gehen.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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