Wirtschaft
Sonntag, 13. Juni 2010

Streikwelle in China: Honda-Mitarbeiter kämpfen weiter

Chinas Regierung schweigt zu den Streiks. Die Berichterstattung hierüber wird zensiert.
Chinas Regierung schweigt zu den Streiks. Die Berichterstattung hierüber wird zensiert.(Foto: REUTERS)

Der Streik in einem chinesischen Honda-Werk dauert nach Angaben von Arbeitern weiter an. Der japanische Konzern erklärte dagegen, der Konflikt sei bereits am Vortag gelöst und der Betrieb noch am selben Tag wieder aufgenommen worden. Zur Lage heute äußerte sich Honda nicht. Ein Angestellter des Zulieferbetriebs in Zhongshan sagte, nur einige Manager seien einsatzbereit, die meisten Bandarbeiter hätten ihren Streik fortgesetzt.

Die Mitarbeiter hatten am Mittwoch zum ersten Mal die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen eine bessere Bezahlung und selbst gewählte Gewerkschaften. In dem Werk werden Schlösser für Honda-Fahrzeuge hergestellt.

Dem Arbeiter zufolge waren viele Kollegen zum Schichtbeginn erschienen. Als aber klar wurde, dass Honda den Lohn nicht über das bisherige Angebot von umgerechnet 95 Euro pro Monat erhöhen würde, seien sie wieder gegangen. Nach Einschätzung des Mitarbeiters wäre Honda durchaus kompromissbereit. Vielmehr sperre sich die örtliche Regierung in der Provinz Guangdong aber gegen Lohnerhöhungen, weil sie ähnliche Forderungen in anderen Betrieben der Region fürchte.

Streiks gegen Hungerlöhne

China erlebt derzeit eine Reihe ungewöhnlich heftiger Arbeitsproteste. Begonnen hatte die Serie von Unruhen in Fabriken des taiwanesischen Elektronikriesen Foxconn. Auslöser war unter anderem eine ungewöhnlich hohe Zahl von Selbstmorden junger Arbeiter in den chinesischen Werken der Firma, die unter anderem Teile für das iPhone und den iPad der Firma Apple produziert. Obwohl niemand der Firma schwere Regelverstösse vorwarf, warfen die Proteste doch ein Schlaglicht auf die sehr niedrigen Löhne, die dort gezahlt wurden.

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Quelle: n-tv.de