Wirtschaft

Gespräche bei der France Télécom Hotline gegen Selbstmorde

Der französische Telefonkonzern France Télécom will die jüngste Welle von Selbstmorden mit allen Mitteln stoppen. Wichtigste Aufgabe sei es zunächst, eine Kettenreaktion zu verhindern, bei der Suizide andere Selbstmordversuche hervorriefen, sagte Unternehmenschef Didier Lombard.

AP090914033056.jpgDas Unternehmen werde deshalb umgehend eine Hotline mit Psychologen von außerhalb einrichten. Am Freitag würden dann Gespräche mit den Gewerkschaften über den Stress am Arbeitsplatz beginnen. Dort werde "ohne Tabus" über Probleme geredet, sagte Lombard, der durch Arbeitsminister Xavier Darcos wegen der Selbstmorde einbestellt worden war.

Bei dem Telefonkonzern, an dem der Staat noch rund 27 Prozent hält, nahmen sich seit Februar 2008 laut Gewerkschaften 23 Menschen das Leben. Erst am Freitag war eine junge Frau gestorben, die sich in Paris aus dem Fenster ihres Büros stürzte. Am Montag war in Metz ein 53-jähriger Mann an seinem Arbeitsplatz gefunden worden, der sich mit Schlafmittel umbringen wollte, aber gerettet werden konnte.

Konzernumbau bis Oktober ausgesetzt

Gewerkschaften sehen einen Zusammenhang zwischen den Verzweiflungstaten und dem laufenden Konzernumbau, der vielfach Versetzungen innerhalb des Unternehmens nach sich zieht. Wegen der Selbstmorde hatte France Télécom den Konzernumbau vergangene Woche bereits bis Ende Oktober ausgesetzt.

Bei den Gesprächen mit den Gewerkschaften solle insbesondere über "das Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben und die Begleitung der Mobilität" der Mitarbeiter gesprochen werden, sagte Lombard. Die Gewerkschaften würden am Freitag einen unabhängigen Gutachter bestimmen, der sich ein Bild über die Lage im Unternehmen machen solle. Er sei sicher, "dass die France Télécom im Dezember nicht mehr die France Télécom von heute sein wird".

Quelle: n-tv.de, AFP

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22.07.09