Wirtschaft

Beim Umsatz pessimistischer Hugo Boss verprellt Anleger

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Bisher hatte Boss ein Umsatzziel von drei Milliarden Euro für 2015 angepeilt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kräftig an Boden verliert die Aktie des Modekonzerns Hugo Boss und rutscht ans Ende des MDax. Der Auslöser: Das Unternehmen korrigiert seine Umsatzerwartungen für 2015 nach unten. Auch bei den konzerneigenen Geschäften tut sich etwas.

Der Modekonzern Hugo Boss hat sein ehrgeiziges Umsatzziel für dieses Jahr begraben. Der Umsatz werde nach 2,57 Milliarden Euro 2014 in diesem Jahr währungsbereinigt um eine mittlere einstellige Prozentzahl gegenüber dem Vorjahr zulegen, erklärte das Metzinger Unternehmen. Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs begründete das mit starkem Gegenwind von der flauen Konjunktur.

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Anleger ergriffen daraufhin die Flucht: Die Aktie verlor 3,8 Prozent und war der größte Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Das Papier ist zwar mit mehr als 17 Prozent Zuwachs seit Jahresbeginn absolut gesehen gut gelaufen - allerdings bleibt sie damit hinter dem MDax-Wachstum zurück, das bei rund 22 Prozent seit Jahresbeginn liegt.

Für die Analysten von der Citigroup kommt der jetzige Druck auf die Aktie nicht überraschend - Hugo Boss bleibe jedoch eine qualitativ hochwertige Aktie, die globale Präsenz, solide Umsatz- und Gewinndynamik, einen hohen Kapitalertrag und eine moderate Bewertung vereint.

Noch keine durchgreifende Besserung in Sicht

Bisher hatte Boss ein Umsatzziel von drei Milliarden Euro für 2015 angepeilt, was Analysten allerdings schon länger abgeschrieben hatten. Die Markterwartung lag im Schnitt zuletzt bei 2,8 Milliarden Euro. Aber auch das wird schwierig zu erreichen sein. Denn bisher ist keine durchgreifende Besserung nach dem schwachen Schlussquartal erkennbar. Die Markteintrübung auf dem wichtigsten Markt Europa Ende vergangenen Jahres habe den Start ins neue Geschäftsjahr weiter belastet, erklärte Boss weiter.

Das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereffekten) soll in diesem Jahr um fünf bis sieben Prozent steigen, nachdem es 2014 währungsbereinigt um fünf Prozent auf 591 Millionen Euro gewachsen war. Damit habe Boss besser abgeschnitten als die gesamte Branche, die das dritte Jahr in Folge im Rückwärtsgang sei, erklärte Konzernchef Lahrs. Trotz eines stagnierenden Konzernergebnisses von 334 Millionen Euro will Boss die Dividende um acht Prozent auf 3,62 Euro erhöhen.

Die Wachstumsaussichten seien exzellent, sagte Lahrs. Dabei setzt das mit Luxusmarken wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren oder Burberry konkurrierende Modehaus auf den Ausbau der eigenen Geschäfte. Zu den 1041 Boss-Geschäften sollen in diesem Jahr noch 50 hinzukommen. Damit hätte Boss das eigene Geschäftsnetz innerhalb von fünf Jahren verdoppelt.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ