Wirtschaft
Hält die jüngste geldpolitische Entscheidung von EZB-Chef Draghi für einen Fehler: Hans-Werner Sinn.
Hält die jüngste geldpolitische Entscheidung von EZB-Chef Draghi für einen Fehler: Hans-Werner Sinn.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 09. November 2013

"Draghi soll sich raushalten": Ifo-Chef kritisiert EZB-Zinssenkung

Mit harschen Worten kommentiert Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die jüngste Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. EZB-Chef Draghi solle sich aus Dingen heraushalten, die ihn nichts angingen. "Die Rettung der Krisenländer ist nicht Aufgabe der EZB."

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Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat angesichts der jüngsten Leitzinssenkung scharfe Kritik an EZB-Chef Mario Draghi geübt. "Draghi missbraucht das Euro-System, indem er den Südländern Billig-Kredite gibt, die sie am Kapitalmarkt so nicht bekommen würden", sagte Sinn der "Bild"-Zeitung. Die Rettung der Krisenländer sei nicht Aufgabe der Europäischen Zentralbank, sondern des dafür vorgesehenen Rettungsschirms.

Mittlerweile seien fünf Jahre verstrichen, ohne dass sich die Wettbewerbsfähigkeit in den Krisen-Staaten nennenswert verbessert habe, monierte Sinn. "Damit die Euro-Krisenländer mehr sparen und dringend überfällige Reformen umsetzen, brauchen sie höhere Zinsen, die ihrem höheren Konkursrisiko angemessen sind, nicht niedrigere Zinsen."

Am Donnerstag hatten Europas Währungshüter den Leitzins von 0,5 auf das historische Tief von 0,25 Prozent gesenkt. EZB-Präsident Draghi hatte den Schritt mit der niedrigen Inflationserwartung und der zögerlichen Konjunkturerholung begründet. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und sollen so die Wirtschaft ankurbeln.

Kritiker der Anhebung monieren, es sei ohnehin schon zuviel Liquidität in den Kapitalmärkten. In Deutschland etwa steige das Risiko, dass wegen der durch die niedrigen Zinsen günstigen Kredite die Preise für Immobilien über ein gesundes Maß hinaus steigen würden. Auch der Kauf von Aktien auf Pump werde günstiger und eine dadurch steigende Nachfrage könne die Aktienkurse ebenfalls auf eigentlich nicht gerechtfertigte Höhen treiben.

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Dennoch muss das nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die EZB an