Wirtschaft

Finanzkrise endgültig abgehakt? Immer weniger Firmenpleiten

2012 ein seltener gewordenes Bild: Die Zahl der Firmenpleiten ist weiter zurückgegangen.

2012 ein seltener gewordenes Bild: Die Zahl der Firmenpleiten ist weiter zurückgegangen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist so niedrig wie zuletzt vor fünf Jahren. Auch in diesem Jahr rechnen die Statistiker mit einem Rückgang - trotz Großpleiten wie Schlecker und Neckermann. Das gleiche Bild sehen die Experten auch bei den Privatpleiten. 2013 könnte sich das Bild aber wieder ändern.

Die Zahl der Firmenplei ten in Deutschland sinkt in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise. Es seien rund 29.000 Insolvenzen zu erwarten und damit etwa 3,6 Prozent weniger als im vorigen Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das wäre der dritte Rückgang in Folge. Die Zahl läge damit auf dem Niveau von 2007. Da die Firmenpleiten der Konjunktur üblicherweise einige Monate hinterherhinken, erwarten Experten wegen der aktuellen Flaute für 2013 einen Anstieg. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet für kommendes Jahr mit rund 30.500 Firmeninsolvenzen.    

Von Januar bis September meldeten sich den Statistikern zufolge 21.800 Firmen bei den Amtsgerichten als überschuldet oder zahlungsunfähig. Dies waren 4,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist. "Wir gehen trotz des aktuellen Rückgangs davon aus, dass sich zum Jahresende die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erhöhen wird", sagte der Vorsitzende des Insolvenzverwalterverbands (VID), Christoph Niering. "Es ist absehbar, dass sich der schwächelnde Export in der Eurozone auf die heimische Wirtschaft auswirkt." Denn die finanziellen Reserven vieler Firmen sind nicht allzu groß. "Auch weil die Margen in vielen Schlüsselbranchen, etwa der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie - äußerst gering sind", sagte Niering. Erhöhte Insolvenzgefahr bestehe in der Industrie.

Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger stiegen 2012 bisher auf 39,3 Mrd. Euro von 24 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Grund dafür ist, dass es mehr Insolvenzen von größeren Unternehmen gab wie der Drogeriemarktkette Schlecker und des Versandhändlers Neckermann. Bei den Verbraucherinsolvenzen rechnet das Statistikamt für dieses Jahr mit einem weiteren Rückgang auf 99.000 von gut 103.000.

Quelle: ntv.de, rts

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