Wirtschaft

Wohnungskauf in großem Stil Immofinanz schlägt in Deutschland zu

Für Bewerber, die den Job bereits zugesagt haben, wird es meist schwer, vor dem Arbeitsantritt zu kündigen. Foto: Jens Schierenbeck

Weiteres großes Immobiliengeschäft in Deutschland.

(Foto: dpa)

Megadeal in der Immobilienbranche: Immofinanz erwirbt in Norddeutschland Tausende Wohnungen. Die Österreicher planen damit einen Börsengang ihrer Wohnimmobilientochter Buwog. Die Kartellwächter müssen dem Geschäft noch ihre Zustimmung geben.

Die bislang größte Übernahme am deutschen Immobilienmarkt im laufenden Jahr ist besiegelt. Die österreichische Immofinanz kauft in mehreren Schritten für knapp 900 Millionen Euro 18.000 Wohnungen in Norddeutschland, wie der Konzern mitteilte. Verkäufer ist ein Fonds der Deutschen Bank sowie die italienische Immobilienfirma Prelios.

Mit der Übernahme will Immofinanz die Wohnimmobilientochter Buwog für eine eigenständige Zukunft an der Börse rüsten. Sie hatte bislang hauptsächlich Wohnungen in Österreich. Bei Investoren kamen zuletzt jedoch die renditeträchtigeren deutschen Wohnungen besonders gut an. Daher wollte sich Immofinanz erst dann von der Tochter trennen, wenn diese in beiden Ländern etwa gleich viele Wohnungen besitzt. Dieses Ziel ist nun erreicht: Etwa die Hälfte der 54.000 Einheiten ist in der Bundesrepublik.

Immofinanz plant nun, die Buwog abzuspalten - ähnlich wie Siemens das bei der Leuchtmitteltochter Osram gemacht hatte. Im Zuge dessen sollen die Immofinanz-Aktionäre für je 20 Immofinanz-Papiere eine Buwog-Aktie erhalten. Damit will der Konzern seinen Anteil an der Wohnungstochter zunächst auf 49 Prozent senken und mittelfristig weiter abbauen. Die übrigen 51 Prozent sollen künftig in Streubesitz stehen - und an den Börsen in Frankfurt sowie in Wien und Warschau notiert sein.

Für diesen Plan will sich Immofinanz auf einer für 14. März geplanten Hauptversammlung grünes Licht von ihren Aktionären holen.

Noch mehr große Immobiliendeals

Die Übernahme ist nicht der erste größere Immobiliendeal in Deutschland: Hochtief hat vor wenigen Tagen angekündigt, sich für rund 250 Millionen Euro von seinem 50 Prozent-Anteil an der Immobiliengesellschaft Aurelis zu trennen. Die Deutsche Annington verhandelt Insidern zufolge über den milliardenschweren Kauf von 30.000 Wohnungen von Vitus Immobilien. In trockenen Tüchern ist der Deal jedoch noch nicht.

Ursprünglich wollten die Österreicher ihren Zukauf bereits zum Jahreswechsel über die Bühne bringen. Die Verhandlungen über Teile des sogenannten Baubecon-Portfolios zogen sich jedoch in die Länge. Die Deutsche-Bank-Fondstochter RREEF und Pirelli hatten das damals noch 27.000 Wohnungen umfassende Portfolio 2007 für knapp 1,7 Milliarden Euro vom US-Finanzinvestor Cerberus gekauft. Darin enthalten sind Schulden von 1,37 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank hatte 60 Prozent des Bestandes übernommen, die Pirelli-Immobilientochter die restlichen 40 Prozent.

Bevor die Buwog die deutschen Wohnungen ihr Eigen nennen kann, müssen noch die Kartellwächter ihre Zustimmung geben. Ein Abschluss des Deals ist für das zweite Quartal geplant.

Finanzieren wollen die Österreicher den Zukauf aus eigener Kraft - mit bestehenden Barreserven und Fremdmitteln. Eine Kapitalerhöhung ist dafür nicht geplant. Ende Oktober 2013 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von gut 640 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, wne/rts

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