Wirtschaft

"Betonkrebs" am Flughafen? Internes Papier warnt vor maroden Pisten

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Stark beanspruchte Verkehrsinfrastruktur: Auf Start- und Landebahnen wie hier in Berlin-Schönefeld setzen Tag für Tag Hunderte tonnenschwere Passagierjets auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie gut oder schlecht ist es um die deutsche Verkehrsinfrastruktur bestellt? Ein vertraulicher Bericht für die anstehende Verkehrsministerfonferenz enthält offenbar eine beunruhigende Diagnose. Die Schäden seien "erheblich", heißt es.

Nicht nur um Autobahnen und Brücken, sondern auch um die Start- und Landebahnen vieler deutscher Flughäfen ist es einem Zeitungsbericht zufolge schlecht bestellt. Innerhalb der nächsten Jahre würden 1,2 Milliarden Euro benötigt, um beträchtliche Schäden an den Pisten zu beheben, berichtete die "Saarbrücker Zeitung".

Das Blatt beruft sich auf einen internen Bericht des Arbeitskreises Luftverkehr für die anstehende Verkehrsministerkonferenz. Das Treffen der Verkehrsminister beginnt an diesem Donnerstag in Heringsdorf an der Ostsee. Auf der Tagesordnung stehen dort neben Themen wie "Mensch und Verkehr", oder "Fernbusse" auch die Arbeit an einem "Nationalen Luftverkehrskonzept".

Derzeit würden die Betreiber vor allem durch "provisorische Maßnahmen" dafür sorgen, dass die Sicherheit des Flugbetriebs nicht beeinträchtigt werde, heißt es in dem Bericht der Zeitung. Ursache für den schlechten Zustand der Pisten sei der sogenannte Betonkrebs, durch den Risse und Aufblähungen auf den Rollbahnen, dem Vorfeld und selbst auf Start- und Landebahnen entstehen können.

"Sanierung von Betonkrebs"

"Viele" Flughäfen seien betroffen, die Schäden "erheblich", heißt es laut dem Bericht in dem Papier. Konkret würden aber keine Airports benannt. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge 22 internationale Verkehrsflughäfen in Deutschland; hinzu kämen rund 70 regionale Airports - unter anderem auch bei Saarbrücken.

Den Angaben der "Saarbrücker Zeitung" zufolge wollen die Länder bei ihrer Konferenz den Bund dazu bewegen, bei der Sanierung mit Bundesmitteln zu helfen. Den Vorsitz führt der SPD-Politiker Christian Pegel, der im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung leitet, Der entsprechende Punkt auf der Tagesordnung lautet: "7.3 Sanierung von Betonkrebs auf deutschen Flughäfen".

Quelle: ntv.de, mmo/AFP

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