Milliardenübernahme in den USAGenesee kauft RailAmerica

Im bislang fest gefügten Schienenverkehr der USA kommt Bewegung auf: Der Schüttgut-Transporteur Genesee & Wyoming sichert sich den Rivalen RailAmerica. Um die Anleger zu überzeugen, scheut Genesee auch vor hohen Schulden nicht zurück.
In den Vereinigten Staaten entsteht durch eine Milliardenübernahme ein neuer Branchenriese: Wie aus den bei der Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen hervorgeht, übernimmt der US-Schienenfrachtspezialist Genesee & Wyoming (GWR) den Wettbewerber RailAmerica für knapp 1,4 Mrd. Dollar.
Je RailAmerica-Aktie zahlt GWR 27,50 Dollar in
bar, teilte das Unternehmen mit. Dies entspricht einem Aufschlag von elf
Prozent auf den RailAmerica-Schlusskurs von Ende vergangener Woche.
Genesee & Wyoming geht mit der Übernahme ein großes
finanzielles Risiko ein - die Schulden des Konzerns werden sich den Angaben zufolge zunächst verdreifachen.
Das gemeinsame Unternehmen wird in den USA 111 Eisenbahnlinien mit einer Gesamtstrecke
von mehr als 24.000 Kilometern betreiben und jährlich etwa 1,4 Mrd. Dollar
umsetzen.
International im Wettbewerb
Durch die Übernahme steigt GWR zum neuen Schwergewicht unter den großen Schienenverkehrsanbietern für Kurzstrecken auf: Abseits des US-Markts steuert GWR bereits den Verkehr auf Frachtlinien in Kanada, Australien, den Niederlanden und Belgien.
Genesee & Wyoming hat sich vor allem auf die Hafenanbindung mit Schüttgut für industrielle Großkunden wie zum Beispiel im Erz- und Kohlebergbau spezialisiert.
Die letzte große Übernahme in der US-Eisenbahnbranche gab es vor zwei Jahren. Damals
erwarb für 26,5 Mrd. Dollar den Betreiber Burlington Northern
Santa Fe Railway.