Wirtschaft

Wirtschaftshilfen nicht zu schnell drosseln IWF warnt vor dem Ungeheuer Deflation

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Die Krise lebt - dennoch sieht IWf-Chefin Christine Lagarde die Lage insgesamt positiv.

(Foto: Reuters)

Der Internationale Währungsfonds stimmt in den Chor optimistischer Stimmen ein: Die Schwellenländer legen zu. Die Industriestaaten kommen aus der Krise. Doch es könnte alles noch viel besser laufen. Die Risiken sind weiter erheblich.

Die Aussichten für die globale Wirtschaft sind laut Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) trotz beständiger Sorgen insgesamt sehr positiv. Während die Schwellen- und Entwicklungsländer weiter stark zulegten, befreiten sich die Industriestaaten endlich aus ihrer jahrelangen Krise, urteilte die Weltbank in ihrem Konjunkturausblick. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde kündigte eine Verbesserung der Wachstumsprognose an, mahnte aber wesentlich deutlicher vor den anhaltenden Risiken für die globale Ökonomie.

Nach einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent 2013 werde die Wirtschaftsleistung weltweit in diesem Jahr um 3,2 Prozent zulegen, schreibt die Weltbank. 2015 werde das globale Wachstum 3,4 Prozent betragen und 2016 dann 3,5 Prozent. Optimistisch sind die Ökonomen der Organisation insbesondere für Europas größte Volkswirtschaft Deutschland. Nach ihrer Prognose kann die deutsche Wirtschaft 2014 um satte 1,9 Prozent zulegen. Für die beiden Folgejahre wird immerhin noch ein Zuwachs von 1,7 und 1,6 Prozent vorhergesehen.

Wachstum könnte bei vier Prozent liegen

Laut Lagarde bleibt das globale Wachstum trotz der Verbesserungen aber hinter den Möglichkeiten zurück. Der IWF schätze, dass das Plus der weltweiten Wirtschaftsleistung bei vier Prozent liegen könnte, würde es nicht anhaltende Probleme geben. Dazu gehöre die zu niedrige Inflation, die zu einer "katastrophalen" Deflation werden könne. "Wenn die Inflation der Geist aus der Flasche ist, dann ist die Deflation das Ungeheuer, das entschieden bekämpft werden muss", sagte sie. Ferner beklagte Lagarde auch, dass zu wenige neue Arbeitsplätze geschaffen würden und dass Einkommensanstiege seit 2009 meist nur auf das Konto der Wohlhabenden gegangen seien.

"Die Krise besteht weiter fort. Doch es liegt Optimismus in der Luft", sagte die IWF-Chefin. Die positive Entwicklung hänge besonders davon ab, dass die Notenbanken ihre Konjunkturmaßnahmen nicht zu schnell auslaufen ließen. "Zentralbanken sollten nur dann zu einer normaleren Geldpolitik zurückkehren, wenn stabiles Wachstum auf ein festes Fundament gründet", meinte Lagarde. Das gelte speziell für die US-Notenbank Fed mit ihren milliardenschweren Anleihekäufen zur Stützung der Wirtschaft, die nicht voreilig reduziert werden dürften.

Es lauern Gefahren

Auch die Weltbank warnt vor globalen Risiken. "Man muss nicht sehr scharfsinnig sein, um zu sehen, dass unter der Oberfläche Gefahren lauern", sagte der Chefökonom der UN-Sonderorganisation, Kaushik Basu. Doch insgesamt äußerte er sich sehr positiv. "Die Leistung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nimmt an Kraft zu, und das sollte in den kommenden Monaten stärkeres Wachstum in den Entwicklungsländern unterstützen", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Hinsichtlich der Eurozone beklagte Lagarde, dass das Wachstum zu uneinheitlich und die Arbeitslosigkeit viel zu hoch sei. Politische Reformen, eine gezielte Kreditvergabe und der anstehende Stresstest im Finanzsektor könnten der Währungsunion auf die Sprünge helfen, meinte die ehemalige französische Finanzministerin.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts