Wirtschaft

"Anpassung wird graduell sein" Lagarde will Geldpolitik nur schrittweise anpassen

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Lagarde hatte Anfang Februar die Tür für einen eventuellen Zinsschritt noch in diesem Jahr ein Stück weit geöffnet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der starke Anstieg der Verbraucherpreise setzt die EZB unter Druck. Die Inflationsrate ist im Januar in der Eurozone auf 5,1 Prozent gestiegen. Vor dem EU-Parlament in Straßburg macht Präsidentin Lagarde trotzdem deutlich: Einen abrupten Kurswechsel wird es so schnell nicht geben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde keinen abrupten Richtungswechsel einleiten. "Jede Anpassung unserer Geldpolitik wird graduell sein", sagte Lagarde im Europa-Parlament in Straßburg. Sie sprach sich zudem dafür aus, dass die Währungshüter in Anbetracht der aktuellen Unsicherheit mehr denn je Flexibilität bewahren sollten.

"Unsere Geldpolitik ist immer datenabhängig und dies ist umso wichtiger in der Lage, mit der wir gerade konfrontiert sind," sagte die Notenbankchefin. An den Börsen waren zuletzt die Zinsspekulationen ins Kraut geschossen. Dort wurde sogar von Zinserhöhungen bis Dezember von 50 Basispunkten ausgegangen. Letztmalig hatte die EZB Leitzinsen im Jahr 2011 angehoben.

Lagarde hatte Anfang Februar die Tür für einen eventuellen Zinsschritt noch in diesem Jahr ein Stück weit geöffnet. Angesichts des momentanen Inflationsschubs hatte sie nach der jüngsten Zinssitzung ihre frühere Einschätzung nicht mehr wiederholt, wonach eine Zinswende 2022 sehr unwahrscheinlich sei. Gegenüber den Abgeordneten bekräftigte Lagarde, dass es Zinserhöhungen erst nach dem Ende der Anleihenkäufe geben wird.

Zinsen nicht verfrüht anheben

"Eine Zinserhöhung wird nicht erfolgen, bevor unsere Nettoanleihenkäufe enden", sagte sie. Und dafür müssen Lagarde zufolge Bedingungen erfüllt sein. Mit diesen solle sichergestellt werden, dass die Zinsen nicht verfrüht angehoben werden. Lagarde wies darauf hin, dass den Währungshütern zur Zinssitzung im März neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der EZB-Volkswirte vorliegen werden.

Die Euro-Wächter seien dann besser in der Lage, die Folgen des jüngsten Inflationsschubs einzuschätzen. Die Teuerung in der Euro-Zone war im Januar überraschend auf einen neuen Rekordwert von 5,1 Prozent geklettert. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1997.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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