Wirtschaft

Streik steht ins Haus Lufthansa-Gespräche scheitern

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Kommt es nun doch zum befürchteten Streik?

(Foto: dpa)

Die Tarifverhandlungen für rund 19.000 Flugbegleiter der Lufthansa scheitern in der Nacht zum Dienstag. Es habe in wichtigen Punkten keine Annäherung gegeben, heißt es aus Verhandlungskreisen. Damit rückt ein kostspieliger Streik der Flugbegleiter zum Ende der Ferien näher.

Die Verhandlungen zwischen der Deutschen Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO sind offenbar gescheitert. Da sich die Tarifparteien nach Angaben aus Verhandlungskreisen nicht einigen konnten, setzen die Arbeitnehmer nun Deutschlands größte Airline unter Druck und treten demnächst in den Ausstand.

Details zum geplanten Streik wolle die Gewerkschaft um 11 Uhr veröffentlichen, hieß es. Offen ist, ab wann gestreikt wird und ob sich der Arbeitskampf auf alle Standorte der Airline bezieht oder zunächst nur die Drehkreuze in Frankfurt und München betroffen sein werden. Der Streik dürfte die Kranich-Airline empfindlich treffen, da die Gewerkschaft schlagkräftig ist - in der Branche wird geschätzt, das zwei von drei Flugbegleitern Mitglied sind. Offizielle Angaben dazu gibt es allerdings nicht. 

Die Lufthansa hat für Streiks Notfallpläne in der Schublade. Je nach Umfang des Arbeitsausstands werden unterschiedlich viele Verbindungen gestrichen, meist zunächst Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Deutschlands und Europas. Ausgenommen davon sind die Zubringerstrecken zu den Lufthansa-Drehkreuzen in Frankfurt und München. Ziel der Airline ist es, so viele Interkontinentalflüge wie möglich durchzuführen, weil das Unternehmen damit am meisten Geld verdient und die Passagiere nicht fernab der Heimat stranden sollen.

Verhärtete Fronten

Bereits seit gut einem Jahr schwelt der Tarifstreit. Die Flugbegleiter verlangen neben fünf Prozent höheren Entgelten das Ende der Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen. Sie wollen zudem die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die angestrebte Direktflugtochter verhindern und das bisherige Tarifstufensystem weitgehend beibehalten.

Lufthansa sieht sich hingegen wegen des starken Wettbewerbs und anstehender Milliarden-Investitionen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen und hat auch bereits den Abbau von 3500 Stellen angekündigt.

Bis auf kleinere Warnstreikaktionen im Jahr 2009 haben die Stewards und Stewardessen der Lufthansa noch nie gestreikt.

Quelle: ntv.de, sla/DJ/dpa