Wirtschaft

Nicht bereit zu Boni-Verzicht? Lufthansa-Vorstand schmeißt hin

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Lufthansa-Vorstand Dirks verlässt den Konzern.

(Foto: imago/Belga)

Die staatliche Rettung der Lufthansa ist besiegelt und damit auch der neue Weg der Fluggesellschaft vorgegeben. Diesen will Vorstandsmitglied Dirks jedoch nicht mitgehen. Grund sollen einem Bericht zufolge ausbleibende Boni sein.

Der frühere Telekommunikationsmanager Thorsten Dirks wird nach drei Jahren den Vorstand der Lufthansa verlassen. Dirks nehme "den erfolgreichen Abschluss der staatlichen Stabilisierungsmaßnahme zum Anlass, sich aus dem Vorstand der Gesellschaft zurückzuziehen", teilte die Lufthansa mit. Nähere Angaben zu den Gründen wurden nicht gemacht. Das "Handelsblatt" berichtete indes, Dirks solle nicht dazu bereit gewesen sein, auf Bonus-Zahlungen zu verzichten.

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Dirks war im Mai 2017 in den Vorstand berufen worden. Danach habe er die Tochter Eurowings "durch eine schwierige Phase geführt", erklärte die Lufthansa. Ende 2019 hatte Dirks die Verantwortung für Eurowings abgegeben und das neu gründete Ressort IT, Digital & Innovation übernommen. Nach dem Ausscheiden des ehemaligen Finanzvorstandes Ulrik Svensson im April kamen wesentliche Teile des Finanzressorts hinzu und Dirks Bereich wurde in "Digital und Finanzwesen" umbenannt. Dieses Vorstandsressort werde nun bis auf weiteres vom Vorstandsvorsitzenden, Carsten Spohr, übernommen, teilte der Konzern mit.

Am Donnerstag hatten die Aktionäre der Lufthansa einem staatlichen Rettungspaket - bestehend aus einer Beteiligung sowie einer Stillen Einlage des Bundes und einem Kredit - mit überwältigender Mehrheit von 98,04 Prozent zugestimmt. Die angeschlagene Fluggesellschaft erhält somit vom Bund neun Milliarden Euro Hilfe - daran geknüpft ist die Bedingung, dass der Vorstand auf Boni und Tantiemen verzichtet, bis der Staat 75 Prozent seiner Beteiligung an Lufthansa wieder abgegeben hat. Bei dem ehemaligen Dax-Konzern machen die variablen Vergütungen im Vorstand laut "Handelsblatt" einen großen Teil der Entlohnung aus, teilweise bis zu 50 Prozent.

Quelle: ntv.de, cri/DJ/AFP