Wirtschaft

Deutsche Bank in der Bredouille Merkel und Draghi müssen handeln

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(Foto: REUTERS)

Es ist an der Zeit. Um Spekulanten in die Schranken zu weisen, müssen sich Bundesregierung und Europäische Zentralbank zur Deutschen Bank bekennen.

Die Deutsche Bank erinnert in diesen Tagen an ein totes Zebra in der Savanne. Jeder darf sie ein wenig ausweiden, und am Ende kommen dann die Aasgeier. Damit dies nicht passiert, braucht es klare Bekenntnisse von Mario Draghi und am besten auch von Angela Merkel. Denn Opportunismus und Naivität könnten am Ende richtig teuer werden - so wenig gute Worte für Banken auch dem Zeitgeist entsprechen, und so groß die Fehler der Institute auch sein mögen.

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Es ist bizarr: Commerzbank-Chef Martin Zielke stellte die neue Strategie seiner Bank vor und wurde auch nach der Lage bei der Deutschen Bank gefragt. Er verweigerte jeglichen Kommentar. Dabei könnte Zielke das aussprechen, was wirklich allen Banken Europas helfen würde: Sie brauchen bald ein "whatever it takes" (Was immer notwendig sein wird) seitens der EZB und Mario Draghi, damit Spekulanten, die einzelne Institute offenbar zum Abschuss freigeben, gestoppt werden.

Beim Euro ist es Draghi im Juli 2012 gelungen, Ähnliches braucht allen vorweg die Deutsche Bank gemeinsam mit vielen italienischen Instituten. Dass dies politisch nicht en vogue ist, weiß die Politik und weiß Angela Merkel. Doch je später man sich zum Bankensektor bekennt, desto teurer könnte es am Ende werden. Dass Angela Merkel dies kann, hat sie einst gemeinsam mit Peer Steinbrück beim Thema Einlage der Sparer bewiesen.

Wie könnte Draghis "Was immer notwendig sein wird für den Bankensektor" aussehen? Draghi muss sagen, dass er künftig neben Staats- und Unternehmensanleihen auch Bankanleihen kaufen wird. Und zwar nicht nur "normale" Anleihen, sondern auch Nachranganleihen. In diesem Fall würden die Kurse der Anleihen, nicht zuletzt der CoCo-Bonds der Deutschen Bank, nach oben schießen.

Zudem könnte Draghi sagen, dass er künftig auch Aktien kaufen wird, inklusive Bankaktien. Damit würde er ein Sicherheitsnetz spannen, woraufhin sich die Aktien zumindest kurzfristig stabilisieren sollten.

Bilanziell ist die Deutsche Bank mit Lehman nicht zu vergleichen, Vertrauen und Psychologie könnten sie aber mittelfristig in ein Lehman-Szenario treiben. Dies können weder EZB noch Bundesregierung wollen - und deshalb wäre ein zumindest verbales Bekenntnis durchaus sinnvoll. Denn gerade die Spekulanten aus Großbritannien und den USA werden kaum aus Nettigkeit von der Deutschen Bank ablassen.

Übrigens sprang der Deutschen Bank zuletzt Goldman Sachs zur Seite mit positiven Worten. Als Konkurrent gerade im Investmentbanking ist dies aber keinesfalls selbstlos. Denn Goldman weiß genau, dass eine angeschossene Deutsche Bank prima ist. Eine umfallende Deutsche Bank würde jedoch den gesamten Sektor mitreißen - und das kann selbst Goldman Sachs keinen Spaß machen.

Quelle: ntv.de

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