Wirtschaft
Samstag, 16. Januar 2010

Wohl keine Karstadt-Übernahme: Metro sieht sich gerüstet

Der Handelskonzern Metro will in diesem Jahr kräftig Gas geben. Laut Vorstandschef Eckhard Cordes sind deutlich mehr Neueröffnungen geplant. Das Umfeld bleibe aber auch 2010 schwierig.

Optimistisch, aber die Sorgenfalten bleiben: Eckhard Cordes.
Optimistisch, aber die Sorgenfalten bleiben: Eckhard Cordes.(Foto: REUTERS)

Der größte deutsche Handelskonzern Metro rechnet nach den Worten seines Vorstandschefs Eckhard Cordes in diesem Jahr mit besseren Geschäften. "Dass wir 2010 eine bessere Entwicklung erwarten, können Sie aber schon daran sehen, dass wir unser Investitionsvolumen erhöhen und deutlich mehr Neueröffnungen planen", sagte der Manager der "Wirtschaftswoche".

Die Lage bleibt aber laut Cordes herausfordernd. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 3,6 Prozent weniger Umsatz verbucht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern falle währungsbereinigt deutlich besser aus, sagte der Vorstandschef.

Cordes betonte, eine Übernahme der insolventen Warenhauskette Karstadt durch Metro sei unwahrscheinlich. Da der Insolvenzverwalter nur Gebote für Karstadt als komplettes Unternehmen akzeptiere, werde Metro kein Angebot abgeben: "Metro wird auf keinen Fall für Karstadt als Ganzes bieten". Auch auf eine Prüfung der Bücher werde Metro verzichten, das sei für beide Seiten Zeitverschwendung.

Real-Verkauf noch nicht klar

Der Konzernchef ließ offen, ob die SB-Warenhauskette Real verkauft werden soll. "Wir haben nie eine Frist nach dem Motto formuliert: Wenn ihr bis 2010 nicht liefert, werdet ihr verkauft. Wir haben nur gesagt, dass wir mittelfristig eine Rendite von zwei bis drei Prozent anstreben", sagte Cordes. "Voraussichtlich Ende diesen Jahres wollen wir klären, ob wir dieses Ziel in absehbarer Zeit erreichen können oder nicht. Damit treffen wir aber noch keine Entscheidung, was letztlich mit Real passiert.

Börsengänge der Elektronikhändler Media Markt und Saturn brächten derzeit "keinen Vorteil", sagte der Unternehmenschef.

Quelle: n-tv.de