Wirtschaft

Standort fällt Patentstreit zum Opfer Microsoft flüchtet ins Ausland

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Von der Verlagerung des Logistik-Standorts sind rund 50 Beschäftigte beim Dienstleister Arvato betroffen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die unzähligen Patentklagen in der Tech-Branche werden zu einem wichtigen Faktor bei Standortentscheidungen. Wegen der juristischen Auseinandersetzung mit Motorola wird Microsoft seine Logistikzentrale aus NRW in die Niederlande verlagern. Microsoft will verhindern, dass bei einer Niederlage vor Gericht Produkte in Deutschland festgehalten werden.

Microsoft zieht als erstes großes Unternehmen Geschäft aus Deutschland unter Hinweis auf die vielen Patentverfahren vor deutschen Gerichten ab. Die europäische Distributionszentrale werde in die Niederlande umziehen, gab der Windows-Konzern bekannt. Bislang nutzt Microsoft dafür den Logistik-Dienstleister Arvato, der zum Bertelsmann-Konzern gehört. An dem Standort in Nordrhein-Westfalen werden diverse Microsoft-Produkte von Software bis zu Xbox-Konsolen umgeschlagen.

Microsoft begründete die Entscheidung ausdrücklich mit dem Patentkonflikt mit dem Handy-Hersteller Motorola. Microsoft sei mit den Diensten von Arvato sehr zufrieden. Aber das Risiko, dass als Folge eines verlorenen Patentverfahrens Produkte in Deutschland festgehalten würden, sei zu groß. Von der Verlagerung des Logistik-Standorts sind rund 50 Beschäftigte bei Arvato betroffen. Die Bertelsmann-Tochter wollte keine Stellung nehmen.

Microsoft ist mit Motorola mehrere Verfahren in Deutschland verwickelt. Unter anderem wirft eine Motorola-Tochter dem Windows-Konzern vor dem Landgericht Mannheim die Verletzung von Patenten für den Videokompressionsstandard H.264 vor. Das Kodierungssystem kommt in Programmen und Geräten von Microsoft zum Einsatz. Ein Urteil in dem Verfahren wird am 17. April erwartet.

Deutschland ist in den vergangenen Monaten zu einem zentralen Schauplatz der Patentkonflikte in der Technologiebranche geworden. Es laufen diverse Prozesse in Mannheim, München und Düsseldorf zwischen großen Unternehmen wie Apple, Samsung, Microsoft, Motorola oder HTC.

Quelle: ntv.de, dpa