Wirtschaft
Donnerstag, 02. Juli 2009

Letztes Top-Kreditrating weg: Neuer Rückschlag für Irland

Das krisengeschüttelte Irland hat nun auch noch die letzte Top-Bonitätsnote verloren. Die Ratingagentur Moody's senkte die langfristige Kreditwürdigkeit des Landes auf die Note "Aa1" von bislang "Aaa". Sie signalisierte mit einem "negativen Ausblick" zugleich, dass eine weitere Verschlechterung der Kreditwürdigkeit und damit eine neue Herabstufung droht. Vor allem die staatlichen Milliardenhilfen für den maroden Bankensektor hätten das Risiko eines Staatsbankrotts erhöht, erklärte die Agentur.

Auf der grünen Insel bleibt man dennoch gelassen.
Auf der grünen Insel bleibt man dennoch gelassen.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Das irische Finanzministerium reagierte gelassen auf den erneuten Rückschlag. Seit Juli 2008 seien erhebliche Schritte unternommen worden, um die öffentlichen Finanzen in den Griff zu bekommen, teilte die Behörde mit. Irland habe eine Strategie, um die Finanzprobleme zu bewältigen.

Erst Anfang Juni hatte die führende Ratingagentur S&P die Bonität des Landes bereits zum zweiten Mal gesenkt. Bei dieser Agentur hat Irland jetzt die dritthöchste Note "AA", bei Moody's mit "Aa1" die zweithöchste. S&P bewertet den Ausblick ebenfalls negativ. Fitch hatte noch eher die Kreditwürdigkeit herabgestuft. Ein schlechteres Rating bedeutet, dass ein Land mehr Zinsen auf seine Schulden zahlen muss.

Die einst wirtschaftlich starke Insel, die lange Zeit zweistellige Wachstumsraten vorweisen konnte, ist wie kein anderes Industrieland von der globalen Wirtschaftskrise betroffen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 9,8 Prozent einbrechen wird. Vor allem durch die geplatzte Immobilienblase haben Banken und Verbraucher viel Geld verloren.

Quelle: n-tv.de