Wirtschaft
Freitag, 18. Juni 2010

Sanierungsplan fest im Blick : Opel-Boss verbreitet Zuversicht

Nach dem Zurückziehen des Antrags auf Staatsbürgschaften will Opel den Sanierungsplan zügig umsetzen. Unternehmenschef Reilly erwartet dabei eine Steigerung des Marktanteils. Wachsende Marktanteile seien dabei jedoch nicht zwingend mit höheren Verkaufszahlen verbunden.

Nick Reilly erwartet bereits 2011 Gewinne.
Nick Reilly erwartet bereits 2011 Gewinne.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Ende der Debatte um öffentliche Milliardenhilfen sieht Opel-Chef Nick Reilly gute Chancen, noch in diesem Jahr den europäischen Marktanteil der Automarke zu steigern. Opel könne in diesem Jahr ein, zwei Zehntelprozentpunkte zulegen, sagte der Manager der "Welt am Sonntag". Er bekräftigte das Ziel des Sanierungsplans, ab dem kommenden Jahr wieder operative Gewinne zu machen.

Im vergangenen Jahr hatte Opel/Vauxhall nach Angaben des Europäischen Autoherstellerverbands ACEA mit 1,06 Millionen verkauften Autos in Europa einen rückläufigen Marktanteil von 7,4 Prozent. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres ist er auf 7,0 Prozent weiter gesunken, vor allem wegen Verkaufseinbrüchen in Deutschland. Im Gegensatz zum Rest der Welt stagniert der gesättigte europäische Markt. Wachsende Marktanteile wären daher nicht zwingend mit höheren Verkaufszahlen verbunden.

Reilly bekräftigte auch, dass es nach dem Rückzieher bei den Staatshilfen keine zusätzlichen Einschnitte bei der Restrukturierung des Tochterunternehmens von General Motors (GM) geben werde. Es werde allenfalls marginale Änderungen am Sanierungskonzept geben, weil sich der Markt geändert habe. "Wir haben das Konzept vor rund sieben Monaten entwickelt, die entscheidenden Punkte sind bekannt und bleiben unverändert", sagte der Opel-Chef der Zeitung.

Nach dem Konzept sollen bei Opel rund 8000 von 48.000 Jobs in Europa wegfallen, die Hälfte davon in den vier deutschen Werken Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Den Finanzbedarf von rund 3,3 Mrd. Euro werde GM alleine tragen, erklärte Reilly.

Quelle: n-tv.de