Wirtschaft

"Die Trendwende ist eingeleitet" Opel macht nach Jahren wieder Gewinn

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Die Opel-Belegschaft steht in harten Verhandlungen mit PSA, doch immerhin steht nun mal wieder ein Gewinn zu Buche.

(Foto: dpa)

Lange steckte die Traditionsmarke Opel in den roten Zahlen, doch damit ist es nun vorbei. Der Autobauer erzielt im ersten Halbjahr einen Gewinn, wie der Mutterkonzern PSA verkündet. Grund zur Sorge gibt es dennoch.

Der Autohersteller Opel verdient unter seinem neuen französischen Eigentümer PSA wieder Geld. Im ersten Halbjahr betrug das Betriebsergebnis für die Sparte Opel-Vauxhall 502 Millionen Euro, wie der Mutterkonzern PSA in Rueil-Malmaision bei Paris mitteilte. "Die Trendwende bei Opel-Vauxhall ist nun eindeutig eingeleitet", sagte Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon.

"Nach einem langen Zeitraum vieler Jahre der Verluste erreicht das erste Halbjahr 2018 ein bedeutendes Niveau von Profitabilität", bilanzierte er. PSA mit den Marken Citroën, Peugeot und DS hatte Opel im vergangenen August übernommen. Vauxhall ist die britische Schwestermarke von Opel.

Der PSA-Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um gut 40 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Analysten waren im Mittel ihrer Schätzungen von Konzernerlösen von 38,37 Milliarden Euro ausgegangen. Auf die Opel-Vauxhall-Sparte entfiel ein Umsatzanteil von 9,95 Milliarden Euro. Der Nettogewinn des Konzerns betrug 1,7 Milliarden Euro, das waren 242 Millionen Euro mehr als zuvor.

Unter dem Dach der neuen Mutter finden derzeit größere Umstrukturierungen statt. "Die Gruppe beweist seit 2014 wiederholt ihre Fähigkeit, trotz starkem Gegenwind globale Profitabilität, Effizienz und den weltweiten Absatz zu steigern", sagte PSA-Chef Carlos Tavares. "Die Opel/Vauxhall-Teams beginnen, gute Ergebnisse zu liefern, um ein neues Opel/Vauxhall zu schaffen. Sie arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Potenziale freizusetzen. Unsere Beweglichkeit und unser starker Fokus auf die Umsetzung bleiben entscheidende Hebel, um unsere Ziele zu erreichen."

Dudenhöffer glaubt nicht an Eigenständigkeit

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PSA-Chef Carlos Tavares holte Opel in den Konzern - künftig sollen die Autos des deutschen Herstellers auf französischen Plattformen rollen.

(Foto: picture alliance / Ian Langsdon/)

PSA hatte Opel und deren britische Schwestermarke Vauxhall im vergangenen Sommer für 1,3 Milliarden Euro von General Motors gekauft. Anfang dieses Monats war bekannt geworden, dass PSA sich möglicherweise von großen Teilen des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim trennen will. Nach einem Bericht der Zeitung "Le Monde" verhandelt Peugeot über einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums mit bekannten Ingenieurdienstleistern der Autobranche. Davon wären etwa 4000 Arbeitsplätze in Rüsselsheim betroffen. Die Entwicklung gilt als technisches Herzstück der deutschen Automarke.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen geht davon aus, dass Opel seine Eigenständigkeit daher verlieren wird. Die Peugeot-Mutter PSA scheine ausschließlich am historischen Opel-Kundenstamm interessiert zu sein, schrieb der Direktor des CAR-Institus in einer jüngsten Einschätzung.

Der Opel-Betriebsrat könne diesen Prozess nicht stoppen, meinte Dudenhöffer. Der Auto-Experte sieht die Ex-General-Motors-Tochter Opel als vergleichsweise schwache Marke, die in den vergangenen Jahren in Europa beständig Marktanteile verloren habe. "Opel leidet an Kundenschwund", erklärte er. Verkäufe seien zudem mit einem überdurchschnittlichen Anteil sogenannter Eigenzulassungen erreicht worden. Das Kalkül von PSA-Chef Carlos Tavares scheine zu lauten, Opel als PSA-Hülle aufzustellen. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, bis 2024 alle Opel-Modelle auf PSA-Plattformen zu stellen. Erste nahezu baugleiche Schwestermodelle gibt es bereits.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/rts/DJ

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