Wirtschaft

Abschied von Privatkunden Osram will keine Stuben mehr beleuchten

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Große Stückzahlen, kleine Margen: Das Geschäft mit Haushaltslampen ist Osram nicht einträglich genug.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die ehemalige Siemenstochter Osram will sich weiter aufspalten. Das wenig lukrative Geschäft mit Leuchten für Privatleute soll ausgegliedert werden. Mehr Geld lässt sich in anderen Bereichen verdienen, auf die sich Osram konzentrieren will.

Der Leuchtmittelhersteller Osram will das Geschäft mit Privatkunden abspalten. Die schwächelnden Bereiche Glühbirnen und LED-Lampen für die Allgemeinbeleuchtung sollen dafür in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden, teilte die frühere Siemens-Tochter mit. So solle die Grundlage für eine Weiterentwicklung dieses Geschäfts, auch unter Einbeziehung von Partnern, geschaffen werden. Rund zwei Milliarden Euro von einem Gesamtumsatz von gut fünf Milliarden Euro würden in die ausgegliederte Gesellschaft wandern.

Als Kern will Osram das lukrativere Geschäft mit Speziallampen - vor allem für Autos - und mit den zentralen Komponenten für Leuchtdioden (LED) sowie großen Leuchten behalten. Der große Rivale Philips beschreitet derzeit einen ähnlichen Weg und spaltet sein Lichtgeschäft auf. Bei den Münchnern wäre von dem Schritt gut ein Drittel der 34.000 Beschäftigten betroffen.

Das Traditionsunternehmen strapazierte seine Belegschaft seit dem Börsengang 2013 stark. In zwei Sanierungsrunden strich der Konzern mehr als 16.000 Stellen, um dem grundlegenden Wandel in der Branche zu begegnen. Während das Geschäft mit klassischen Glühbirnen und Energiesparlampen zur Beleuchtung von Wohnungen und Büros zunehmend schwindet, tobt bei den zukunftsträchtigen LEDs ein harter Preiskampf mit Konkurrenten aus Übersee.

Negativbeispiele aus der Siemens-Geschichte

Analysten lobten das Vorhaben. "Es ist, was wir von der Firma erhofft haben", sagte Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe. Osram konzentriere sich insbesondere auf das Geschäft mit der Autoindustrie, das einträglicher sei.

Bei den Osram-Mitarbeitern dürften die Pläne dagegen skeptisch gesehen werden. Bereits das letzte Sanierungspaket verärgerte die Arbeitnehmer massiv und führte zu erbittertem Widerstand von deren Vertretern im Aufsichtsrat. Hinzu kamen mehrere Managementrochaden, die letztlich auch zur Neubesetzung des Chefpostens zum Jahreswechsel führten. Am kommenden Dienstag soll der Aufsichtsrat über den Abspaltungsplan des neuen Osram-Chefs Olaf Berlien entscheiden. Auch die neue Tochter soll weiter den Namen Osram tragen.

Abspaltungen des Siemens-Konzerns und seiner Ableger mündeten in der Vergangenheit mehrfach in Debakeln, etwa bei der Handysparte unter BenQ oder der Pleite der Infineon-Tochter Qimonda. Oft gingen sie mit dem Verlust Tausender Arbeitsplätze einher.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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