Wirtschaft

20 Gramm schweres Goldstück Paris prägt den "Super-Euro"

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"Hercule Gold": Kenner erkennen den Helden am Löwenfell auf dem Kopf.

(Foto: www.monnaiedeparis.fr)

Ungeachtet der Diskussionen um eine Umschuldung der griechischen Staatsfinanzen und der damit einhergehenden Turbulenzen am Kapitalmarkt überrascht eine französische Prägeanstalt Sammler mit einer 1000-Euro-Münze aus reinem Gold. Auf der Vorderseite leuchtet anspielungsreich ein Abbild des griechischen Helden Herakles.

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Gold aus staatlichen Reserven: Warum es in den Tresoren lassen?

(Foto: REUTERS)

Die finanziellen Probleme des modernen Griechenlands nimmt die Pariser Prägeanstalt "Monnaie de Paris" nun offenbar zum Anlass, einen "Super-Euro" mit einem griechischen Herkules auf den Markt zu bringen.

Der Rückgriff des mythologischen Helden, der als Halbgott und Sohn des Göttervaters Zeus dank Mut, Witz und Körperkraft zahlreiche übermenschliche Problemstellungen bewältigte, dürfte am Markt der Münzkenner und Sammler dabei durchaus als geistreiche Anspielung auf die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung verstanden werden.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl

Der Sage nach zähmte der Held im Rahmen seiner berühmten zwölf Aufgaben nicht nur den Höllenhund Zerberus, sondern besiegte auch das neunköpfige Monster namens Hydra. Legendär ist auch, wie es Herakles gelang, den Stall des Augias mit Hilfe erneuerbarer Energien zu entmisten, ohne sich dabei die Finger zu beschmutzen.

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Hübsch, aber unhandlich: Die 1000-Euro-Münze macht schreckliche Beulen in die Taschen.

(Foto: www.monnaiedeparis.fr)

Die Zeichnungsfrist für Sammler habe bereits begonnen, berichteten die staatlichen Münzpräger. Die 20 Gramm schwere Goldmünze mit einem Nominalwert von 1000 Euro und der griechischen Mythengestalt auf der Vorderseite soll vom 14. Juni an in einer Auflage von 10.000 Stück ausgegeben werden. Offiziell trägt das Goldstück den Namen "Hercule Gold".

Die Begeisterung für die Entwicklung neuer Euromünzen hat dabei einen recht profanen Hintergrund: Die Pariser Prägeanstalt hatte erst vor kurzem enormen Erfolg mit einer 10-Euro-Sondermünze zum Beitritt der im Indischen Ozean gelegenen Insel Mayotte als 101. französisches Departement. Sammler hatten innerhalb weniger Stunden die gesamte Auflage gekauft. Unklar war zunächst, ob der neue "Super-Euro" angesichts der schwelenden Krise der Währungsunion auf ein vergleichbar starkes Interesse stoßen würde.

Kurze Zeit später verstummten die Kritiker: Die Resonanz war enorm. Dank zahlreicher Vorbestellungen war die Münze binnen Stunden ausverkauft. Enttäuschten Sammlern bietet die staatliche Münze immerhin einen kleinen Trost. Die Ausgabe des "Hercule" in Silber ist noch zu haben - und das für deutlich weniger Geld.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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