Wirtschaft

"Plan C" für die Alstom-Übernahme Paris schlägt französische Lösung vor

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Ist Plan C in Wirklichkeit die favorisierte Lösung in Paris?

(Foto: dpa)

In der Bieterschlacht um Alstom liebäugelt die französische Regierung nun mit einer rein nationalen Alternative. Sollten weder der US-Konzern GE noch die deutsche Siemens zum Zuge kommen, wäre das dann Plan C, heißt es. Bedeutet das den staatlichen Einstieg?

Im Poker um den auch von Siemens umworbenen Industriekonzern Alstom hat die Regierung in Paris eine neue Karte ins Spiel gebracht: Sollte es weder zu einer Einigung mit dem Interessenten aus Deutschland noch mit dem amerikanischen Bieter General Electric kommen, wäre eine rein französische Lösung eine Alternative, sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg.

"Wir haben mit der Prüfung von Plan C begonnen", sagte der sozialistische Politiker. "Plan A ist GE, Plan B ist Siemens und Plan C ist eine einheimische Lösung." Dabei sei eine finanzielle Beteiligung von Privatfirmen wie auch von Staatskonzernen vorstellbar.

Weder GE noch Siemens finden Gnade

Gewerkschaftskreisen zufolge bezeichnete Montebourg bei einem Treffen mit Arbeitnehmervertretern bei Alstom am Mittwoch das GE-Angebot und die bislang von Siemens bekannten Vorstellungen als inakzeptabel. Er habe sich bereit gezeigt, das jüngste Dekret zur Blockade von Übernahmen durch Ausländer in strategisch wichtigen Wirtschaftsbereichen zu nutzen. Auch erwäge die Regierung selbst einen Einstieg bei dem klammen Alstom-Konzern, der bereits vor rund zehn Jahren schon einmal Staatshilfe erhielt, um sich mehr Einfluss zu sichern.

Die GE-Offerte stößt auf Widerstand der Regierung in Paris, die Arbeitsplatzverluste befürchtet. Sie hat deswegen Siemens zu einem Gegenangebot aufgefordert. GE bietet rund 12,4 Milliarden Euro für die Energiesparte des französischen Rivalen. GE ist zu einer Verlängerung seines Angebots bereit. Die Frist werde vom 02. auf den 23. Juni ausgedehnt, um die Beratungen mit der Regierung in Paris zu erleichtern, teilte der Konzern mit und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Le Figaro". Dies sei in Abstimmung mit Alstom geschehen.

Siemens arbeitet noch an einem Angebot und hatte zuletzt einen tieferen Blick in die Alstom Bücher gefordert. Im Gespräch ist, dass Siemens im Tausch gegen das Energiegeschäft von Alstom seine Zugsparte abgibt.

Der Münchener Konzern geht selbstbewusst ins Rennen. Schon der Kauf des Energiegasturbinen- und Kompressorengeschäfts von Rolls-Royce habe gezeigt, "dass wir eine klare Vorstellung haben, die wir entschlossen umsetzen", schrieb Konzernchef Joe Kaeser in der aktuellen Siemens-Mitarbeiterzeitschrift. "Wenn irgendein Wettbewerber gedacht hat, wir wären gerade so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir nicht jederzeit und überall handlungsfähig sind, dann war das ein ziemlicher Irrtum", sagte Kaeser in Richtung GE.

Quelle: ntv.de, sla/rts/AFP

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