Wirtschaft

Derivatehandel mit Nebenwirkungen Paschi verklagt Deutsche Bank

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Bei Verlusten hört die Freundschaft auf: Monte dei Paschi verklagt die Deutsche Bank.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zwischen Italien und Deutschland gibt es nicht nur Streit auf politischer Ebene, auch die Banken machen jetzt mobil: Die krisengeschüttelte Monte dei Paschi zieht gegen die Deutsche Bank vor Gericht. Der Grund sind Verluste aus dubiosen Derivategeschäften. Es ist nicht die erste Klage gegen den deutschen Branchenprimus.

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Der Deutschen Bank steht Ärger aus Italien ins Haus. Die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena geht gerichtlich gegen den deutschen Branchenprimus vor. Grund seien Verluste aus Derivategeschäften, teilte die Traditionsbank mit. Monte dei Paschi verklagt das Frankfurter Institut und fordert einen Ausgleich für die bereits entstandenen und möglichen künftigen Verluste aus einer Transaktion mit strukturierten Produkten.

Neben der Deutschen Bank geht Monte dei Paschi auch gegen die Bank Nomura International und gegen den früheren Chairman Antonio Mussari und den ehemaligen Generaldirektor Antonio Vigni vor. Auch hierbei gehe es um Verluste im Zusammenhang mit strukturierten Produkten.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank in Italien lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Nomura war eine Sprecherin zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen,  gleiches gilt für die Rechtsanwälte von Mussari und Vigni.

"Alexandria, Santorini und Nota Italia"

Anfang dieses Jahres hatte die älteste Bank Italiens mit hohen Verlusten beim Handel mit Derivaten und anderen Handelsgeschäften für Aufsehen gesorgt. Insgesamt sollen Verluste von mehr als 700 Mio. Euro aufgelaufen sein. Grund dafür waren Millionenverluste in dreistelliger Höhe aus den strukturieren Produkten mit den Namen Alexandria, Santorini und Nota Italia. Die Deutsche Bank werde wegen Verlusten aus Santorini-Derivaten, die sich insgesamt auf 305 Mio. Euro belaufen, verklagt.

Monte dei Paschi war als einziges Finanzhaus Italiens bei dem europäischen Bankenstresstest durchgefallen und hatte danach Staatshilfen von 1,9 Mrd. Euro erhalten. Das Institut braucht das Geld, um die Kapitalvorgaben der Europäischen Bankenaufsicht zu erfüllen. Zudem kämpft die Bank mit einer sehr geringen Profitabilität.

In den letzten Wochen war Monte dei Paschi in die Schlagzeilen geraten, weil die Bank 2007 für die Übernahme des Bankhauses Antonveneta einen überhöhten Preis gezahlt haben soll.

Die Deutsche Bank kämpft indes bereits an vielen Fronten. Der langwierige Kirch-Prozess ist immer noch nicht beendet, hier muss die Bank Schadenersatz in noch nicht bekannter Höhe zahlen. Bei den Untersuchungen zum Libor-Skandal ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Quelle: ntv.de, DJ

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