Wirtschaft

Bestes Jahr der Firmengeschichte Porsche fährt Rekordergebnis ein

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Dank der ungebrochenen Autonachfrage hat Porsche 2011 bei Umsatz und Gewinn neue Rekorde eingefahren.

(Foto: REUTERS)

Der weltweite Nachfrageboom in der Autoindustrie beschert auch Porsche einen neuen Gewinnrekord. Doch anders als VW, Daimler und BMW wachsen beim Sportwagenbauer aus Zuffenhausen 2011 nicht nur Umsatz und Gewinn – der Edelhersteller fährt der Konkurrenz in Sachen Ertragskraft weiter deutlich davon.

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Der Sportwagenbauer Porsche hat durch die weltweit boomende Nachfrage nach neuen Autos im vergangenen Jahr neue Rekorde eingefahren. "2011 war für Porsche sowohl bei Absatz, Umsatz als auch beim operativen Ergebnis das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte", sagte Vorstandschef Matthias Müller. Weil Porsche weltweit über 20 Prozent mehr Autos verkaufte als im Vorjahreszeitraum, kletterte der Umsatz um 18 Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis schnellte um 22 Prozent auf 2,05 Mrd. Euro nach oben.

Zum Überschuss machte der Autobauer am Dienstag keine Angaben. Der Nettogewinn soll erst mit dem Geschäftsbericht in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Für neue Modelle und den Ausbau der Werke in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig hatte die Porsche AG viel Geld in die Hand genommen.

Porsche will bis 2018 rund 200.000 Sportwagen jährlich verkaufen und die Rendite bei mindestens 15 Prozent halten. Im vergangenen Jahr lieferte Porsche weltweit knapp 118.900 Fahrzeuge aus. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, will Porsche die Modellpalette ausbauen, die momentan aus dem 911, dem Boxster, dem Cayman, dem Cayenne und dem Panamera besteht. So soll ab 2014 der kleine Sport-Geländewagen "Macan" auf dem Markt kommen. Alleine dem Macan trauen die Stuttgarter mindestens 50.000 Verkäufe jährlich zu, das erste Fahrzeug soll noch im Jahr 2013 im Leipziger Werk vom Band rollen. Durch das geplante Wachstum soll die Belegschaft bis 2018 auf rund 20.000 Beschäftigte steigen. Ende 2011 arbeiteten rund 15.300 Mitarbeiter bei der Porsche AG, 16 Prozent mehr als Ende 2010.      

Porsche fährt weiter Traumrenditen ein

Doch vor allem mit seiner Ertragskraft fährt Porsche dem Wettbewerb weiter davon. 2011 hat Porsche von jedem Euro Umsatz fast 19 Prozent als Gewinn eingestrichen - die operative Marge legte um 0,6 Prozentpunkte zu. Damit ist und bleibt Porsche der profitabelste deutsche Autobauer und einer der rentabelsten Hersteller weltweit. Die übrigen Konzerne können mit Porsche in Sachen Ertragskraft nicht mithalten: Audi kam 2011 als bester Oberklassehersteller auf eine operative Marge von 12,5 Prozent, Luxushersteller Mercedes schaffte im vergangenen Jahr 9,0 Prozent, bei BMW waren es 11,8 Prozent.

Durch die satten Gewinne konnte Porsche 2011 auch den Cashflow um 17 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro steigern. Die prall gefüllte Kasse braucht Porsche auch: Damit könne das Unternehmen die Verschuldung wie geplant senken, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke. Über den aktuellen Schuldenstand machte das Unternehmen keine Angaben. Porsche kämpft weiter mit hohen Schulden, die sich das Unternehmen unter dem früheren Vorstandschef Wendelin Wiedekind selbst aufgeladen hatte, um den viel größeren Konkurrenten Volkswagen zu übernehmen. Die Übernahme platzte 2009, Porsche blieb auf den hohen Schulden sitzen.

Nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW stimmte Porsche der Integration in den Volkswagen-Konzern zu. Rund die Hälfte der Porsche AG - die das Fahrzeuggeschäft von Porsche beinhaltet - gehört bereits den Wolfsburgern. Der bei der börsennotierten Porsche Holding verbliebene Rest könnte ab Jahresende an VW gehen, sofern entsprechende Optionen gezogen werden. Dabei dürften aber hohe Steuerlasten anfallen. Die von den Familien Piech und Porsche dominierte Porsche Holding hält wiederum gut die Hälfte der VW-Stammaktien.
 

Quelle: ntv.de, rts/DJ/dpa