Wirtschaft

Modell weiter im Verkauf Porsche umgeht Verbot für Diesel-Cayenne

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Der Porsche Cayenne Diesel soll eigentlich runter von Deutschlands Straßen.

AP

In den USA wird die Diesel-Variante des Porsche Cayenne schon seit zwei Jahren nicht mehr verkauft, in Deutschland besteht seit Ende Juli ein Zulassungsverbot. Die VW-Tochter hat aber ein Schlupfloch gefunden, das Modell doch auf die Straßen zu bringen.

Dem Autohersteller Porsche ist es offenbar gelungen, das in Deutschland verhängte Zulassungsverbot für das Modell Cayenne Diesel 3.0 auszuhebeln. Dazu sollen für den amerikanischen Markt produzierte Fahrzeuge des Typs auf EU-Normen umgerüstet worden sein. Das berichtet der "Spiegel".

Porsche hat demnach zahlreiche Fahrzeuge vom US-Markt zurückbeordert und die nötigen Modifikationen daran vorgenommen, um europäischen Standards zu entsprechen. Airbags, Rückleuchten und die Steuersoftware wurden dementsprechend angepasst.

Die Umrüstung alleine ist aber nicht der eigentliche Trick des Unternehmens. Um die notwendigen Papiere für die Fahrzeuge zu erlangen, wurden sie in Ländern wie beispielsweise Litauen an- und wieder abgemeldet. Papiere, die deutsche Zulassungsstellen nicht ausgestellt hätten. Nach einmaliger Zulassung können auch Autos vom Typ Cayenne in jedem EU-Land erneut angemeldet werden.

Verkauf bei kleineren Händlern

Wegen Eingriffen in die Abgasreinigung hatte Porsche bereits 2015 den Verkauf von Cayenne-Dieselfahrzeugen in den USA gestoppt. In Deutschland wurde Ende Juli von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ein Zulassungsverbot verhängt, weil dem Fahrzeugtyp eine illegale Abgas-Software nachgewiesen werden konnte.

Auf dem deutschen Markt soll Porsche den Cayenne Diesel nicht über lizensierte Autohäuser, sondern über kleinere unabhängige Händler vertreiben. Dort werden sie mit hohen Preisnachlässen verkauft. Porsche hat versichert, damit den aktuellen Zulassungsstopp nicht zu untergraben.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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