Wirtschaft
Mittwoch, 11. Mai 2011

Tieferer Griff ins Portemonnaie: Preise steigen kräftig

Die Verbraucher in Deutschland müssen immer tiefer in die Tasche greifen. Die Teuerungsrate lag im April bei 2,4 Prozent. Preistreiber sind wieder Heizöl und Sprit. Doch auch andere Posten fallen zunehmend ins Gewicht: wohnen und einige Nahrungsmittel etwa.

Auch in den Supermärkten steigen die Preise spürbar.
Auch in den Supermärkten steigen die Preise spürbar.(Foto: dpa)

Die Kosten für die Dinge des täglichen Lebens ziehen so kräftig an wie seit langem nicht mehr. Im April stiegen die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Behörde bestätigte damit ihre vorläufigen Angaben von Ende April.

Die 2,4 Prozent sind die höchste Rate seit rund zweieinhalb Jahren - zuletzt hatte die Teuerungsrate im September 2008 noch höher gelegen, damals bei 2,9 Prozent. Mit dem April-Wert übertrifft die Teuerung die Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig nur bei Raten bis knapp unter zwei Prozent die Preisstabilität gewahrt sieht.

Größter Treiber für die aufgeblähten Preise war aufs Neue der Posten Energie. Heizöl beispielsweise - es macht etwa ein Prozent des Preise-Warenkorbs aus - verteuerte sich um 27 Prozent. Diesel (0,7 Prozent Anteil) kostete 18 Prozent mehr. Strom (2,5 Prozent Anteil) war acht Prozent teurer.

Weißkohl um ein Drittel teurer

Der Kostenpunkt Miete verteuerte sich um 1,2 Prozent, was auf den ersten Blick wenig erscheint. Allerdings macht sich der Wert schnell bemerkbar, denn die Mieten bilden mit rund einem Fünftel Anteil an den Gesamtkosten den mit Abstand größten Posten. Bei der Berechnung der Inflationsrate ist nicht nur die bloße Veränderung entscheidend, sondern auch das Gewicht, mit dem die Preise in den Index einfließen.

Mit 33 Prozent verteuerte sich Weißkohl im April so stark wie kein anderer Posten in dem fiktiven Warenkorb, mit dem die Statistiker rechnen. Weißkohl fällt in der Gesamtrechnung aber kaum ins Gewicht und hat nur 0,2 Promille Anteil. Bei Kartoffeln und Butter hingegen - beide kommen etwa auf einen Prozentanteil - ist der Preisanstieg schon schneller spürbar. Kartoffeln haben mit 20 Prozent die vierthöchste Teuerungsrate, Butter kommt auf Platz zwei (plus 29 Prozent).

Quelle: n-tv.de

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