Wirtschaft

Ein Drittel der Jobs fallen weg Prokon-Mitarbeitern droht Entlassung

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Prokon-Gründer Carsten Rodbertus (r.) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin (l.) informieren im Januar Mitarbeiter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Windkraftunternehmen Prokon hat eine Zukunft - jedenfalls nach Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters. Doch ein Großteil der Mitarbeiter wird zuvor gehen müssen. Anleger werden auf einen Teil ihrer Forderungen sitzen bleiben.

Das angeschlagene Windkraft-Unternehmen Prokon wird nach Informationen des Bremer "Weser-Kuriers" wohl fast ein Drittel seiner 480 Mitarbeiter entlassen. "Im Moment ist es die deutliche Tendenz, dass in naher Zukunft mindestens 150 Leute ihren Arbeitsplatz verlieren", zitierte die Zeitung den Prokon-Vertriebsleiter Rüdiger Gronau.

Betroffen seien insbesondere der direkte Verkauf von Strom sowie der Vertrieb. Für den Vertrieb gebe es keine Verwendung mehr. Gronau zufolge sieht der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hier "keine Chance und keinen Bedarf, weiteres Kapital einzuwerben".

Penzlin, der seit einer Entscheidung des zuständigen Amtsgerichts Itzehoe allein über Prokon verfügt, war ebenso wie das Unternehmen selbst für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Am Donnerstag hatte Penzlin gesagt, die Sanierung der Prokon Regenerative Energien GmbH zeige "erste Erfolge". Das Amtsgericht Itzehoe werde voraussichtlich im Mai über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheiden. "Die Fortführung der Geschäftsbereiche Windparks ist auch für den Fall einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens gesichert", sagte Penzlin.

74.000 Anleger

Im Januar hatte die Prokon Regenerative Energien GmbH - eine von mehreren Prokon-Firmen - einen Insolvenzantrag gestellt. 74.000 Anleger hatten Prokon etwa 1,4 Milliarden Euro Kapital in Form von Genussrechten zur Verfügung gestellt. Prokon konnte gekündigte Genussrechte nicht mehr zurückzahlen und keine Zinszahlungen mehr leisten. Rund 400 Millionen Euro dieses Kapitals seien gekündigt worden, sagte Penzlin. "Mutmaßungen, die Genussrechtsinhaber müssten mit einem Totalverlust rechnen, sind falsch. Richtig ist jedoch, dass die Genussrechtsinhaber durchaus Verluste werden hinnehmen müssen."

Zu Medien-Spekulationen, es sei eine Insolvenzquote von 70 Prozent im Gespräch, äußerte sich Penzlin nicht. Die Quote müsste erst in einem Insolvenzplan vorgeschlagen und dann von der Gläubigerversammlung mit Mehrheit akzeptiert werden.

Quelle: ntv.de, jga/dpa