Wirtschaft

"Sozial plus mobil ersetzt dot.com" Twitter - heißestes IPO des Jahres

Ohne Pannen, aber dafür mit einer Kursexplosion wartet Twitter an seinem ersten Börsentag auf. Die Marktkapitalisierung schießt ebenso in die Höhe. Gewinn macht der Kurznachrichtendienst aber noch lange nicht. Erinnerungen an den Hype 1999 werden wach.

Twitter ist an der Börse und viele Anleger schauen in die Röhre. Die Emission ist 30-fach überzeichnet, Interessenten müssen über die Börse kaufen. Dort wird es viel teurer, die Aktie schießt nach oben, knackt zeitweise die 50-Dollar-Marke und beendet den ersten Handelstag bei knapp 45 Dollar.

Twitter ist in aller Munde. Am Mittwochabend hat der Kurznachrichtendienst seinen Ausgabepreis aufgrund der hohen Nachfrage noch einmal angehoben. 26 US-Dollar müssen Anleger jetzt für ein Unternehmen berappen, das immer noch keine Gewinne macht. Ursprünglich war ein Ausgabepreis von 17 bis 20 Dollar vorgesehen. Mit dem IPO-Preis von 26 Dollar spült der Börsengang rund 2 Milliarden Dollar in die Kassen von Twitter.

Aktie explodiert  

70 Millionen Aktien wurden verkauft. Aufgrund der hohen Nachfrage hätten es vermutlich deutlich mehr sein können, was auch die ersten Börsenindikationen von 43 bis 47 Dollar zeigen. Die New York Stock Exchange braucht mehr als eine Stunde, um den IPO-Preis festzulegen. Der Erste Kurs liegt schließlich bei 45,10 Dollar.

Die Preisfindung hat schon etwas von einem Börsenhype, denn die meisten Analysten rechnen frühestens 2015 mit schwarzen Zahlen. "Der größte Unterschied zwischen der Stimmung von heute und der von 1999 ist, dass wir ein fast abergläubisches Vertrauen in die US-Notenbank haben und wir dot.com mit sozial plus mobil ersetzt haben", sagte daher Ian D’Souza, außerordentlicher Professor an der Universität New York. Dabei spielt er auf die Begriffe soziales Netzwerk und das Geschäft im mobilen Bereich an.

Im Sweetspot

Twitter nutzt das prächtige Börsenumfeld, hatten sich doch die Aktien von Facebook und des Karrierenetzwerks LinkedIn in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Vorstandschef Dick Costolo will das Geld vor allem in den Ausbau des Werbegeschäfts stecken. Facebook hat vorgemacht, wie der Werbemarkt On- und Offline genutzt werden kann.

Anleger erwarten von Twitter eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung, allerdings hat sich der Verlust von Twitter im dritten Quartal auf 64,6 Millionen Dollar verdreifacht. Twitter muss also sein Erfolgskonzept noch unter Beweis stellen.

Übrigens: In diesem Jahr haben sich sechs Unternehmen am Tag ihres IPOs mehr als verdoppelt. Der durchschnittliche Kursanstieg für den ersten Handelstag aller IPOs lag bei 17 Prozent, die beste Performance seit 2000.

Quelle: n-tv.de

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