Wirtschaft

Protokoll belastet Deutsche Bank Rückenwind für Kirch-Erben

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Obwohl Leo Kirch bereits tot ist, tobt der Rechtsstreit mit der Deutschen Bank weiter.

(Foto: dpa)

Im Rechtsstreit mit der Deutschen Bank kommt den Erben des verstorbenen Medienunternehmens Kirch ein bislang unbekanntes Protokoll zur Hilfe. Demnach soll Ex-Deutsche-Bank-Chef Breuer Kirch ein konkretes Angebot zur Unterstützung gemacht haben. Breuer hat vor Gericht Gegenteiliges behauptet.

Im Rechtsstreit der Deutschen Bank mit den Erben des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch belastet einem Medienbericht zufolge ein bisher unbekanntes Protokoll das Kreditinstitut. Nach Angaben der "Zeit" steht das aus dem Jahr 2002 stammende Protokoll der BayernLB im Widerspruch zu Aussagen des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf-Ernst Breuer vor dem Oberlandesgericht München.

Vor Gericht hatte Breuer ausgesagt, Kirch nie ein konkretes Angebot zur Unterstützung bei der Umstrukturierung seiner Mediengruppe gemacht zu haben. Dem Protokoll zufolge machte Breuer dies 2002 aber doch.

Nach Angaben des Blattes berichtete Breuer am 14. Februar 2002 den Vertretern anderer Gläubigerbanken von einem Gespräch mit Kirch. Wörtlich ist laut dem Protokoll von einem Gespräch mit Kirch die Rede, "in dem er ihm die Hilfe der Deutschen Bank bei der Restrukturierung der KirchGruppe anbot und folgende Vorschläge unterbreitete: 1. Verkauf Springer-Anteile, 2. Verkauf Telecinco-Anteile, 3. Aufgabe der Mehrheit an Premiere, 4. Aufgabe der Mehrheit an Formel 1".

Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte Breuer und die Deutsche Bank bereits vor Jahren juristisch für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht, weil Breuer in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit angezweifelt hatte.

Während Breuer das Interview als "Unfall" bezeichnete, sah Kirch darin eine gezielte Indiskretion. Auch nach Kirchs Tod geht der Rechtsstreit um Milliardenforderungen weiter. Ein Vergleich scheiterte vor wenigen Wochen kurz vor dem Abschluss am Widerstand der Deutschen Bank.

Quelle: n-tv.de, AFP

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28.07.09