Wirtschaft
Donnerstag, 29. April 2010

Moody's hat Griechen auf dem Radar: S&P lässt Irland in Ruhe

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ändert ihre Bonitätsnote für Irland nicht. Sie bleibt damit bei "AA". Dagegen will nach S&P auch Moody's das Rating für Griechenland herabstufen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach den Herabstufungen Griechenlands, Portugals und Spaniens hält die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) an ihrer Bonitätsnote für das ebenfalls hoch verschuldete Irland fest. Die Gesamt-Annahmen für die weitere Entwicklung in Irland hätten sich durch die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht verändert, sagte der S&P-Analyst Trevor Cullinan.

Die irische Wirtschaft komme relativ zügig wieder auf die Beine und sei verglichen etwa mit Griechenland, Spanien und Portugal flexibler. Zwar könne es sein, dass sich für Irland die Kosten für Kredite angesichts einer möglichen Ansteckungsgefahr durch die griechische Schulden-Krise nun zunächst erhöhten. Auf mittlere Sicht würden die Kosten aber wieder sinken.

Irland wird von S&P mit dem relativ guten Rating "AA" bewertet, ebenso wie Spanien. Portugal und Italien haben das schlechtere Rating "AA-" und Griechenland nur noch die Ramsch-Note "BB+".

Moody's kündigt Herabstufung an

Unterdessen wird wohl die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Griechenlands voraussichtlich deutlich herabstufen. Zunächst bleibe die Einschätzung aber noch unverändert bei "A3", teilte die Agentur mit.

Eine Entscheidung über eine Herabstufung werde gefällt, sobald die Details über das geforderte Sparprogramm des Landes vorliegen würden. Es werde dann aber wahrscheinlich zu einer Herabstufung um mehrere Stufen kommen. Die Überprüfung werde sich daran ausrichten, wie die mittelfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten eingeschätzt würden und wie "ambitioniert" das Sparprogramm der Regierung sei.

Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien sind die sogenannten "PIIGS"-Staaten, die an den Finanzmärkten wegen ihrer Haushaltsprobleme aktuell besonders im Blick stehen.

Quelle: n-tv.de