Wirtschaft

Chinesen blättern 110 Millionen hin Saab findet Investor

Neuer Geldgeber, neue Chance: Der chinesische Autohändler Pang Da nimmt 110 Mio. Euro in die Hand, um damit den wankenden Autobauer Saab zu stützen. Für rund ein Drittel des Geldes kauft der Investor dem Autobauer Fahrzeuge ab.

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(Foto: dpa)

Der vor der Pleite stehende schwedische Autobauer Saab hat erneut einen Investor aus China gefunden: Nur wenige Tage, nachdem der Einstieg des chinesischen Unternehmens Hawtai scheiterte, sei ein Vertrag mit dem chinesischen Autohändler Pang Da unterzeichnet worden, teilte der Besitzer von Saab, der niederländische Sportwagenbauer Spyker, mit.

Pang Da wird demnach insgesamt 110 Mio. Euro investieren. Laut Spyker ist das Unternehmen mit mehr als 1100 Niederlassungen der größte chinesische Autohändler. Saab musste im vergangenen Monat die Produktion einstellen, weil der Autobauer seine Lieferanten nicht mehr bezahlen konnte.

Gemeinsame Sache

Zunächst steigt Pang Da mit 65 Mio. Euro bei Saab ein und sichert damit die mittelfristige Finanzierung. Für 30 Mio. Euro will der chinesische Händler zudem Saab-Autos erwerben. Weitere 15 Mio. Euro sollen folgen.

Im Rahmen ihrer "strategischen Allianz" gründen Saab und Pang Da laut Spyker ein Gemeinschaftsunternehmen, das Saab-Autos in China vertreibt. Ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen soll "schrittweise" mit der Produktion von Autos der Marke Saab sowie einer eigenen Marke in China beginnen, wie Spyker-Chef Victor Muller erklärte.

Pang Da ist erst vor drei Wochen an die Börse gegangen und daher "erfreut" über die Gelegenheit, Anteile an der Saab-Mutter Spyker zu erwerben, erklärte Unternehmenschef Pang Qinghua. "Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit der Führung von Saab, um unseren vielversprechenden Heimatmarkt zu betreten."

Hawtai macht Rückzieher

Erst am Donnerstag vergangener Woche war der Vertrag mit dem chinesischen Mischkonzern Hawtai geplatzt. Laut Spyker fehlten nötige Zusagen Dritter - unklar blieb, ob von den chinesischen Behörden, der Europäischen Investitionsbank, die Saab Geld lieh, oder von der schwedischen Schuldenagentur, die für Saab bürgte.

Saab hat nach Angaben aus Branchenkreisen Schulden in Höhe von rund 100 Mio. Euro. Die ehemalige General-Motors-Tochter Saab schreibt seit 20 Jahren rote Zahlen. Spyker kaufte die schwedische Traditionsfirma 2010 für 400 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr verkaufte Saab etwas mehr als 30.000 Autos und verfehlte damit das selbst gesteckte Ziel von 50.000 Fahrzeugen.

Quelle: n-tv.de, nne/AFP