Wirtschaft

Druck vom Mutterkonzern Siemens Energy erwägt Kauf von Problem-Tochter Gamesa

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Siemens Energy würde die Tochter von der Börse nehmen.

(Foto: REUTERS)

Über den Schritt wird seit Monaten spekuliert - nun scheint er zu kommen: Der Energiekonzern Siemens Energy will bei der Tochter Gamesa durchgreifen. Dort geben sich die Probleme die Klinke in die Hand. Unmissverständlich äußert auch der Großaktionär seine Erwartungen.

Siemens Energy will mit der lange erwarteten Komplett-Übernahme der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa Ernst machen. Der Vorstand des Energietechnik-Konzerns erwäge ein Übernahmeangebot in bar für die restlichen Anteile an dem Sorgenkind, teilte Siemens Energy in München mit. Ziel sei es, Siemens Gamesa von der Madrider Börse zu nehmen. "Das Ergebnis dieser Erwägung ist offen", erklärte das Unternehmen. Zum aktuellen Aktienkurs müsste Siemens Energy dafür rund 3,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Die zunächst vom Handel ausgesetzte Aktie von Siemens Gamesa schnellte nach oben. Siemens-Energy-Papiere legten 3,5 Prozent zu.

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Bloomberg berichtete, das Angebot könne bereits in der kommenden Woche vorgelegt werden und sehe allenfalls einen kleinen Kursaufschlag vor. Das Kursziel der Analysten liege im Schnitt bei 18 Euro. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch will am 24. Mai auf einem Kapitalmarkttag seine Strategie für die nächsten Jahre vorstellen.

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Siemens Energy hält bereits gut zwei Drittel der Anteile an Siemens Gamesa, die nach dem Kurssprung auf einen Börsenwert von rund 10,6 Milliarden Euro kommt. Eine Streichung vom Kurszettel würde eine engere Anbindung der spanischen Tochter ermöglichen. Sie ist eigentlich der Hoffnungsträger für den Hersteller von Gas- und Dampfturbinen, macht aber seit Jahren mit Verlusten, verfehlten Gewinnprognosen und operativen Problemen Negativ-Schlagzeilen. Bei der neuen Windturbinen-Generation 5.X gibt es große Anlaufschwierigkeiten, zudem laufen Siemens Gamesa die Kosten für Rohstoffe davon, während in den Lieferverträgen mit den Kunden feste Preise vereinbart sind. Nun soll der ehemalige Siemens-Krisenmanager Jochen Eickholt das Ruder herumreißen.

Auch Siemens-Energy-Großaktionär Siemens macht Druck. Der Münchner Technologiekonzern will seinen restlichen 35-Prozent-Anteil so schnell wie möglich auf 25 Prozent abbauen, schreckt aber wegen des niedrigen Aktienkurses zurück. Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas hatte zuletzt die Erwartung geäußert, dass Siemens-Energy-Chef Bruch auf dem Kapitalmarkttag einschneidende Maßnahmen vorstellen werde: "Das wird wegweisend, davon gehen wir aus."

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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