Wirtschaft

Von "strategischer Bedeutung" Siemens krallt sich Seltene Erden

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Seltene Erden: Siemens will sich die Versorgung damit sichern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seltene Erden sind als Rohstoff in der Hightech-Industrie überlebenswichtig. Siemens weiß das und sichert sich den Zugriff darauf: Der Dax-Konzern gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem australischen Unternehmen.

Mit einem Joint Venture will sich der Münchener Technologiekonzern Siemens den Zugriff auf "Seltene Erden" sichern, die der Dax-Konzern zur Herstellung von Hochleistungsmagneten benötigt. Mit der australischen Lynas Corporation Limited sei eine Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet worden, teilte Siemens mit. Die börsennotierte Lynas solle dabei über langfristige Verträge spezielle Metalle liefern, die zur Herstellung sogenannter Neodym-Dauermagnete für energieeffiziente Antriebe und für Generatoren von Windturbinen gebraucht würden.

Siemens wolle sich an dem Unternehmen zur Magnetproduktion mit 55, Lynas mit 45 Prozent beteiligen, erklärten die Münchner. Die Details würden derzeit erarbeitet. "Das geplante Gemeinschaftsunternehmen ist für uns strategisch von Bedeutung, um eine langfristige und stabile Versorgung mit Hochleistungsmagneten zu sichern", begründete Ralf-Michael Franke, Chef der Siemens-Sparte Drive Technologies, den Schritt.

Unverzichtbar für Hightech-Industrie

Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen. Meist kommen sie am selben Standort vor. Sie werden in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar unter anderem für die Herstellung von Computern und Computer-Monitoren, DVD-Spielern, leistungsstarken Akkus, Hybrid-Autos, Halbleitern, Rüstungsgütern und Windturbinen. Eine besonders wichtige Rolle spielen sie bei Smartphones. Autozulieferer wie Bosch nutzen Seltene Erden bei der Herstellung von Elektromotoren.

Die größten Verbraucher Seltener Erden sind China, Japan und die USA. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Umwelttechnologien wird mit einem steigenden Bedarf gerechnet.

Riesiges Vorkommen im Pazifik

Anfang der Woche sorgte ein Zeitungsbericht für Aufsehen, in dem es darum ging, dass ein riesiges Vorkommen von Seltenen Erden auf dem Meeresboden des Pazifiks entdeckt worden sei. Die Zeitung "Nikkei" berichtete unter Berufung auf eine Studie japanischer Forscher, dass die Lagerstätte auf rund 100 Milliarden Tonnen geschätzt wird.

Die begehrten Metalle sollen sich in einer Tiefe von 3500 bis 6000 Metern befinden und ein Gebiet von mehr als elf Millionen Quadratmeter umfassen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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23.04.09