Wirtschaft

600 Beschäftigte bangen Solarworld ist wieder pleite

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Die Solarmodulproduktion leidet unter der chinesischen Billigkonkurrenz.

picture alliance / Jan Woitas/dp

Etwas mehr als ein halbes Jahr hat Solarworld Industries am Markt Bestand. Und offenbar mehr schlecht als recht. Denn der Nachfolger der insolventen Solarworld AG kann nun selbst seine Rechnungen nicht bezahlen.

Der deutsche Hersteller von Solarzellen und Modulen Solarworld Industries GmbH hat vor dem Amtsgericht Bonn einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Damit reagiert das Unternehmen unter anderem auf weiter gesunkene Preise und das von der EU-Kommission beabsichtigte Auslaufen der Antidumpingmaßnahmen gegen Solarimporte aus China.

Das Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeiter am Hauptsitz in Bonn und an den Fertigungsstandorten Freiberg in Sachsen und im thüringischen Arnstadt. Im August 2017 hatte Solarworld Industries die deutschen Produktions- und Vertriebsaktivitäten der insolventen Solarworld AG übernommen.

In der ersten Insolvenz hatten in den beiden Werken lediglich 475 von zuvor 1700 Mitarbeitern ihren Job behalten. 500 Beschäftige aus Arnstadt und 700 aus Freiberg waren in Transfergesellschaften gewechselt. Geschäftsführer Frank Asbeck hatte zum Neustart in Aussicht gestellt, einige von ihnen bald in die neue Solarworld zurückzuholen. Asbeck hatte zusammen mit dem Staatsunternehmen Qatar Solar aus dem Emirat Katar aus der Insolvenzmasse von Solarworld das neue Unternehmen geformt.

Der neuen Solarworld waren auch deshalb im Vergleich zum Vorgänger gute Chancen eingeräumt worden, weil das Risiko einer US-Schadenersatzklage von rund 700 Millionen Euro eines früheren Silizium-Lieferanten weggefallen war.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/dpa

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