Wirtschaft

Neuanfang für Olympus Sony steigt ein

37bp1144.jpg4051075299032080458.jpg

Sony hat das Rennen bei Olympus gemacht.

(Foto: dpa)

Auf den Bilanzskandal bei Olympus folgt eine Neuordnung der japanischen Elektronik-Industrie. Der Branchenriese Sony greift dem angeschlagenen Rivalen finanziell unter die Arme - und stärkt sich dabei bei Medizintechnik und Kameras.

Sony steigt bei dem skandalgeschüttelten Kamera-Spezialisten Olympus ein und ordnet damit die japanische Elektronik-Branche neu. Der Elektronikkonzern investiert rund 50 Mrd. Yen (etwa 500 Mio. Euro) und wird damit zum wichtigsten Olympus-Aktionär mit einem Stimmrechtsanteil von 11,46 Prozent, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Das Geschäft mit Medizintechnik wird gebündelt, außerdem wollen die bisherigen Rivalen bei Kameras zusammenarbeiten. So könne Olympus Linsen für Objektive an Sony liefern und im Gegenzug Bildsensoren bekommen, hieß es.

Olympus bringt seinen inzwischen wichtigsten Bereich Medizintechnik noch im Dezember in ein Gemeinschaftsunternehmen ein, an dem Sony mit 51 Prozent die Mehrheit halten wird. Für Sony ist das eine Möglichkeit, stärker von dem wachsenden Medizintechnik-Markt zu profitieren. Der Konzern versucht seit Jahren vergeblich, die hohen Verluste mit Fernsehern und anderer Unterhaltungselektronik zu stoppen. Derzeit macht der neue Sony-Chef Kazuo Hirai den nächsten Anlauf. Er hob das Potenzial für eine breite Allianz der beiden Firmen hervor.

Olympus kämpft noch immer mit den Folgen eines gewaltigen Bilanzskandals. Bei dem Traditionsunternehmen waren Anlageverluste von am Ende 117,7 Mrd. Yen (aktuell 1,17 Mrd. Euro) mehr als ein Jahrzehnt lang durch überhöhte Preise bei mehreren Übernahmen verschleiert worden.

Der Betrug flog vor knapp einem Jahr auf und die anschließenden Wertberichtigungen Rissen ein tiefes Loch in die Olympus-Bilanz. Schon seit Monaten wurde über einen Einstieg japanischer Industrieriesen spekuliert, mit dem die angegriffene Kapitalbasis gestärkt werden soll. Medienberichten zufolge stach Sony andere Anwärter wie Panasonic und Fujifilm aus. Olympus hofft, seine Medizintechnik-Kompetenz unter anderem durch Bildschirm-Technologien von Sony zu ergänzen.

Sony will zunächst im Oktober 13,1 Mio. Olympus-Aktien für etwa 19 Mrd. Yen kaufen. In einem zweiten Schritt bis Ende Februar sollen demnach knapp 21,3 Mio. Aktien für 31 Mrd. Yen übernommen werden.

Quelle: ntv.de, sla/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen